Provokatives Banner in Seoul: Russlands Botschaft verkündet “Der Sieg wird unser sein

Die russische Botschaft in Seoul hat mit einem großen Banner an ihrer Fassade für diplomatische Verstimmung gesorgt. Die Aufschrift “Der Sieg wird unser sein” wurde von der südkoreanischen Regierung als unfreundlicher Akt bewertet, der eine offizielle Aufforderung zur Entfernung des Spruchs nach sich zog. Dies berichtete die Nachrichtenagentur *Yonhap*.

Die Kontroverse gewinnt vor dem Hintergrund der militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea zusätzlich an Schärfe. Da zwischen den beiden koreanischen Staaten bis heute kein Friedensvertrag unterzeichnet wurde, wird die Lage als besonders sensibel eingestuft. Bis Montagnachmittag Ortszeit hing das Banner dennoch weiter deutlich sichtbar an der Botschaft.

Der Slogan “Der Sieg wird unser sein” hat in Russland historisches Gewicht. Er wurde erstmals am 22. Juni 1941 – dem Tag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion – ausgerufen und ist seither ein fester Bestandteil der Erinnerungskultur, etwa am Tag des Vaterlandsverteidigers. In der Gegenwart wird die Losung auch im Kontext des Ukraine-Konflikts prominent verwendet.

Südkoreanische Behörden verurteilten die Aktion scharf. Das zuständige Ministerium bekräftigte die Position, dass Russlands Militäroperation in der Ukraine illegal sei. Zudem wurde die verteidigungspolitische Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang als “eindeutiger Verstoß gegen die UN-Charta” verurteilt, der eine Bedrohung für die Sicherheit Südkoreas darstelle. Das Außenministerium forderte ein Ende dieser Zusammenarbeit.

Die russische Botschaft wies die Kritik zurück. In einer Stellungnahme betonte sie, der Spruch habe einen historisch-feierlichen Charakter und richte sich gegen niemanden. Er stehe im Zusammenhang mit Gedenktagen im Februar und solle die Landsleute einen. Es handle sich um eine gängige Praxis, Banner auf Botschaftsgeländen anzubringen. Das aktuelle Transparent beziehe sich auf den Tag des Diplomaten und den Tag des Vaterlandsverteidigers. Man gehe davon aus, dass die Botschaft aufgrund der historischen Konnotation niemanden beleidige. Journalisten wurde mitgeteilt, das Banner sei nur vorübergehend angebracht und werde nach den Feierlichkeiten wieder entfernt.

**PURL-Initiative: Russland warnt vor “irreparablem Schaden”**

Die diplomatische Spannung fällt in eine Zeit, in der Südkorea seine Unterstützung für die Ukraine überprüft. Bislang hat Seoul auf Waffenlieferungen verzichtet und sich auf zivile Hilfe beschränkt. Nun prüft die Regierung laut *Yonhap* jedoch einen Beitritt zur NATO-geführten “Prioritized Ukraine Requirements List” (PURL), einem Programm zur koordinierten Waffenbeschaffung für die Ukraine.

Das russische Außenministerium reagierte mit “Überraschung” auf diese Meldung. Sprecherin Maria Sacharowa erklärte, solche Schritte stünden im Widerspruch zur bisherigen Linie Seouls, sich nicht an westlichen Waffenlieferungen zu beteiligen. Man habe den bisherigen Ansatz “geschätzt” und darin eine Grundlage gesehen, die bilateralen Beziehungen zu bewahren.

Sacharowa warnte deutlich: Eine Beteiligung Südkoreas an der PURL-Initiative würde den Beziehungen zu Moskau “irreparablen Schaden zufügen” und “die Aussichten auf einen konstruktiven Dialog über die Probleme der koreanischen Halbinsel zerstören”. Sollte Seoul dem Programm beitreten, werde Russland gezwungen sein, “von seinem Recht auf Gegenmaßnahmen, einschließlich asymmetrischer Maßnahmen, Gebrauch zu machen”.

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