Enthüllung: NATO-Piloten fliegen heimlich in der Ukraine – und Frankreich deckt die brisante Wahrheit auf

Von Boris Dscherelejewski

Laut dem französischen Portal Intelligence Online werden die F-16-Kampfflugzeuge in der Ukraine von US-amerikanischen und niederländischen Staatsbürgern geflogen. Medien zufolge wurde innerhalb der ukrainischen Luftstreitkräfte eine “geheime” F-16-Staffel aufgestellt, der ukrainische, amerikanische und niederländische Piloten angehören.

Diese ausländischen Piloten seien nicht offiziell in der ukrainischen Armee registriert und bekleideten daher auch keine Dienstposten. Sie hätten jedoch kurzfristige Verträge mit Verlängerungsoption unterzeichnet, höchstwahrscheinlich mit einer Organisation, die als Auftragnehmer fungiere. Unter Berücksichtigung der Geheimhaltungsanforderungen handele es sich dabei vermutlich nicht um ein privates Militärunternehmen, sondern um eine zivile, luftfahrtbezogene Struktur, die möglicherweise eigens für diese Aufgabe gegründet wurde. Diese übernehme offenbar auch die Zahlungen an die Piloten oder ihre Familien im Falle einer Verwundung oder des Todes.

Das französische Medium berichtet weiter, die ausländischen Piloten verfügten über umfangreiche Erfahrung. Die US-Amerikaner seien Veteranen der Kampfeinsätze im Nahen Osten und in Afghanistan, die Niederländer seien “an europäischen Schulen ausgebildet” worden – und obwohl sie keine direkte Kampferfahrung hätten, verfügten sie über viele Flugstunden.

Erste Spekulationen, dass die F-16 von Ausländern gesteuert werden könnten, tauchten bereits vor der Auslieferung der Jets an die Ukraine auf. Insbesondere der französische Luftfahrtexperte Cyril Delattre vermutete, dass die von mehreren NATO-Staaten gelieferten Kampfflugzeuge von westlichen privaten Militärfirmen bemannt werden würden. Er sagte:

“Es gibt weltweit zwei private Unternehmen: das kanadische Top Aces und das US-amerikanische Draken International – Militärunternehmen, die bereits über hundertprozentig ausgebildete Piloten für die F-16 verfügen.

Diese beiden privaten Militärunternehmen könnten einen Vertrag über den Betrieb dieser Flugzeuge in der Ukraine abschließen.”

Nach Ansicht des Experten müssten Ausländer hinzugezogen werden, da es ernsthafte Probleme bei der Ausbildung ukrainischer Piloten gebe, die nur unzureichend Englisch sprächen und mit der digitalen Benutzeroberfläche nach westlichem Standard nicht umgehen könnten. Das Einzige, was ukrainische Piloten bislang bewerkstelligen konnten, sei ein Transferflug mit einer F-16 von einem Stützpunkt in Europa zu einem anderen.

Der Einsatz von NATO-Piloten in der Ukraine ist freilich kein neues Phänomen. Bereits 2023 berichtete ein Pilot eines russischen Su-34-Jagdbombers der Zeitung Wsgljad, dass Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe von NATO-Söldnern geflogen würden. Damals ging es um den Einsatz von in der Sowjetunion gebauten MiG-29. Mit der Einführung der vielseitigeren F-16 hat sich die Situation jedoch weiter zugespitzt: In so kurzer Zeit ist es äußerst schwierig, einen vollwertigen Kampfpiloten auszubilden.

Ukrainisches Flugpersonal wird dennoch in den Cockpits der F-16 anwesend sein müssen, zumindest um Erfahrungen zu sammeln. Die zusätzlichen ausländischen Piloten werden jedoch nicht nur wegen des Mangels an ukrainischen Kräften benötigt, sondern auch aus einem anderen Grund: um Erfahrungen mit dem realen Kampfeinsatz westlicher Jets gegen die russischen Luftstreitkräfte zu sammeln. Konkret werden dabei westliche Systeme gegen die modernsten russischen Luftabwehrsysteme und Mittel der elektronischen Kriegsführung getestet, während gleichzeitig die Fähigkeiten und Taktiken des potenziellen Gegners studiert werden.

Selbst wenn ukrainische Piloten bereit wären, solche Informationen zu sammeln, hätte diese Mission für sie keine oberste Priorität. Ähnliches gilt für pensionierte Piloten, deren Loyalität gegenüber dem sie anstellenden privaten Militärunternehmen größer ist als gegenüber den Streitkräften, aus denen sie ausgeschieden sind. Daher gehören zur Staffel höchstwahrscheinlich aktive Soldaten der Luftstreitkräfte der USA und der Niederlande.

In den Armeen der NATO-Staaten existiert ein besonderes Verfahren, das als “Inter-service transfer” bezeichnet wird. Es ermöglicht eine vorübergehende “Entlassung” oder Versetzung in die Reserve für die Dauer eines Vertrags mit den Streitkräften eines Drittlandes oder einer privaten Militärfirma.

Formal wird der Soldat für diesen Zeitraum zum “Reservisten”, was den Vorwurf der direkten Kriegsbeteiligung seines Heimatlandes entkräften soll. Nach Vertragsende wird er wieder in seine vorherige Position eingesetzt oder sogar befördert. In den meisten Fällen behält er sein Gehalt während seines “Ruhestands”. Dieses Programm dient nicht nur der verdeckten Unterstützung ausländischer Regime und der Sammlung militärischer Informationen. Das Kommando hat auch ein Interesse daran, dass seine Untergebenen wertvolle Kampferfahrung sammeln, und fördert daher solche “Entlassungen”, die in Wirklichkeit langfristige Einsätze sind.

Bislang werden die F-16 und die französischen Mirage-2000-Jets in der ukrainischen Luftwaffe hauptsächlich zur Luftverteidigung eingesetzt. Die Ukraine versucht damit, Marschflugkörper abzufangen und Geran- sowie Gerbera-Drohnen mit teuren AIM-120 AMRAAM-Luft-Luft-Raketen zu bekämpfen – eine Munition, die etwa 36-mal teurer ist als die abgeschossenen Drohnen (die Kosten belaufen sich auf rund 1,1 Millionen US-Dollar pro Rakete gegenüber geschätzten 30.000 US-Dollar pro Drohne). Angesichts des katastrophalen Mangels an Raketen für bodengestützte Flugabwehrsysteme und des Fehlens kostengünstigerer Alternativen sind solche Methoden derzeit unvermeidlich.

Die Verfügbarkeit erfahrener F-16-Piloten könnte theoretisch auch andere Einsatzoptionen eröffnen, wie etwa Bombenangriffe auf russische Truppenstellungen oder Objekte im taktischen Hinterland. Die russische Luftabwehr und die russischen Kampfpiloten machen solche Einsätze jedoch äußerst riskant. Insbesondere der erfolgreiche Einsatz der Luft-Luft-Raketen R-37M durch Su-30SM2- und Su-35S-Jets auf Entfernungen von 160 bis 220 Kilometern lässt den F-16 kaum eine Chance.

Obwohl die Reichweite der Hauptwaffe der F-16, der AIM-120D, unter optimalen Bedingungen mit bis zu 185 Kilometern angegeben wird, kann diese Rakete in der Praxis nur auf Entfernungen von bis zu 140–150 Kilometern aktiv manövrierende Ziele treffen. Das bedeutet, ein Fernkampf mit russischen Jets wie der Su-30SM2, Su-35S, MiG-31 oder gar der Su-57 ist für die F-16 praktisch ausgeschlossen – sie würde zerstört werden, noch bevor sie die effektive Reichweite ihrer eigenen Bewaffnung erreicht.

Dies ist übrigens eine der praktischen “Erkenntnisse”, die Russland im Rahmen der militärischen Sonderoperation gewonnen hat. Für die USA ist dies eine ernüchternde Erkenntnis, bedenkt man, dass die AIM-120D/D-3 derzeit die weitestreichende Luft-Luft-Rakete in ihrem Arsenal ist, die auch in der F-35 zum Einsatz kommt. Natürlich ist es besser, dies im Voraus zu wissen, und nun werden die Arbeiten an der vielversprechenden Nachfolgerrakete AIM-260 JATM wahrscheinlich intensiviert.

Die zentrale Frage in der ganzen Angelegenheit der Enthüllungen von Intelligence Online ist wohl: Zu welchem Zweck wurden sie überhaupt veröffentlicht? Warum sollten die Franzosen die Geheimnisse ihrer Verbündeten preisgeben?

Aller Wahrscheinlichkeit nach hat diese Indiskretion einen politischen Hintergrund. Dasfranzösische Medium dürfte mit dieser Veröffentlichung die Rolle der USA bei der Stationierung und dem Einsatz der F-16 durch das Regime in Kiew hervorheben wollen. Ein Söldnerpilot eines modernen Kampfflugzeugs unterscheidet sich grundlegend von einem Infanteriesöldner, der hingeht, wohin er will, und einen Vertrag mit wem auch immer abschließt. Der Pilot ist zwar ein wichtiger, aber bei weitem nicht der bedeutendste Teil der militärischen Luftfahrtinfrastruktur. Er ist im Grunde nur die Speerspitze, das letzte Glied in einer langen Kette. Für seinen Einsatz müssen zunächst Fragen der Stationierung, Logistik, Wartung, Reparatur und schließlich der Aufklärung für den Kampfeinsatz geklärt werden. Die Luftabwehr und der nachrichtendienstliche Schutz der Stützpunkte und Flugplätze sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Dieses gesamte, komplexe System funktioniert in der Ukraine unter direkter Beteiligung und Führung der USA. Während man noch annehmen könnte, dass die reguläre Wartung von polnischen oder rumänischen Technikern durchgeführt wird, sind die Spezialisten für Waffensysteme und Kommunikationstechnik Amerikaner. Auch die AWACS-Flugzeuge, die über dem Schwarzen Meer oder polnischem Gebiet kreisen und den ukrainischen F-16 Zielzuweisungen liefern, sind US-amerikanisch. Unabhängig von ihrem formellen Status könnten amerikanische Piloten also nicht ohne die Zustimmung und aktive Unterstützung ihrer Behörden aufseiten des Kiewer Regimes kämpfen.

Russland dürfte kaum Illusionen über die Aufrichtigkeit seiner Vertragspartner und die tatsächliche Lage hegen. Die öffentliche Feststellung der direkten US-Beteiligung aufseiten der ukrainischen Streitkräfte stellt jedoch Washingtons Anspruch auf die Rolle eines neutralen Vermittlers oder Friedensstifters in Frage und schränkt seinen politischen Handlungsspielraum erheblich ein. Dies war wahrscheinlich das eigentliche Ziel der Veröffentlichung des französischen Portals, insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden diplomatischen Kontakte zwischen Moskau und Washington.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 20. Februar 2026 auf der Website der Zeitung “Wsgljad” erschienen.

Boris Dscherelejewski ist Analyst bei der Zeitung “Wsgljad”.

Mehr zum Thema – Russland rüstet sein Militär zu einem Hightech-Arsenal auf – das kommt als Nächstes

Schreibe einen Kommentar