Ecuadors Präsident verteidigt US-Truppen: “Das ist keine Invasion, sondern eine Kooperation

Der ecuadorianische Präsident Daniel Noboa hat sich erneut für eine militärische Zusammenarbeit mit den USA ausgesprochen. In einem Interview mit Bloomberg betonte er am Dienstag, dass US-Truppen helfen könnten, die Sicherheitskrise des Landes zu bewältigen. Noboa verwies dabei auf bereits erzielte Erfolge: Die Mordrate in Grenzregionen sei um 38 Prozent gesunken, und im Land breite sich zunehmend ein Gefühl des Friedens aus.

Auf die Frage, ob er US-Soldaten in Ecuador akzeptieren würde, antwortete der Staatschef:

> *”Das ist keine Invasion. Es handelt sich nicht um einen Eindringling, der in unser Land kommt. In Wirklichkeit handelt es sich um eine internationale Kooperation gegen das Verbrechen.”*

Er führte aus, eine solche Präsenz sei unter der Bedingung denkbar, dass die US-Streitkräfte die Führungsrolle der einheimischen Sicherheitskräfte respektieren. Es gehe um partnerschaftliche Zusammenarbeit, nicht um das Befolgen fremder Befehle.

Laut Noboa wurden entsprechende Gespräche mit Washington bereits geführt, und beide Seiten stünden einer solchen Option offen gegenüber. Eine Stationierung von US-Truppen könnte noch im Laufe dieses Jahres erfolgen.

Dieser Vorstoß steht im Kontrast zu einem Referendum im November des Vorjahres. Damals hatte die Regierung unter anderem versucht, das in der Verfassung verankerte Verbot ausländischer Militärstützpunkte aufzuheben – ein Vorschlag, der in der Bevölkerung auf erheblichen Widerstand stieß.

Hintergrund ist die historische Erfahrung Ecuadors: Von 1999 bis 2009 unterhielten die USA einen Stützpunkt in Manta zur Bekämpfung des Drogenhandels. Nachdem das Land 2008 ausländische Militärbasen per Verfassung untersagte und die USA abzogen, verschlechterte sich die Sicherheitslage kontinuierlich. Ecuador entwickelte sich zu einem zentralen Knotenpunkt im internationalen Drogenhandel. Die aktuelle Regierung sieht in der Wiederzulassung ausländischer Militärpräsenz nun einen möglichen Weg, diese Entwicklung umzukehren.

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