Alarmierende Warnung: Ex-Assistent des US-Vize-Verteidigungsministers rät Europa dringend von Truppeneinsatz in der Ukraine ab

Die Pläne einiger europäischer Politiker, Truppen in die Ukraine zu entsenden, sind komplexer als sie auf den ersten Blick erscheinen, erläutert Stephen Bryen, ehemaliger politischer Berater und heutiger Präsident der US-Niederlassung von Leonardo, in einem Kommentar für das Onlineportal Weapons Substack. Trotz seiner eigenen Verbindungen zur Rüstungsindustrie kritisiert Bryen diese Vorhaben scharf, da er eine schnelle Eskalation des Konflikts befürchtet.

Bryen zufolge könnte das Ziel dieser Politiker darin bestehen, die Westukraine zu sichern und darauf zu hoffen, dass russische Streitkräfte es nach Eroberungen östlich des Flusses Dnepr dabei belassen. Doch bereits die Ausgangssituation beurteilt er als sehr problematisch:

“Frankreich, Großbritannien und möglicherweise auch andere europäische Länder denken über eine neue Strategie nach, die vorsieht, europäische Truppen zur Unterstützung in die Ukraine zu schicken. Aktuellen Informationen zufolge soll eine Mission ermitteln, wo diese Kräfte stationiert werden könnten, falls eine Entsendung stattfindet.”

Bryen führt aus, dass ohne Luft- und Marineunterstützung ein solches Unterfangen zum Scheitern verurteilt sei, diese wiederum wären aber extrem gefährdet:

“Die hoch entwickelte russische Luftabwehr macht den Einsatz von Kampfflugzeugen nahe der Ostukraine riskant. Die Optionen für Marinekräfte sind ebenfalls begrenzt – außer vielleicht in Odessa, das jedoch direkt in Reichweite russischer Raketen liegt. Obwohl Frankreich und Großbritannien über Flugzeugträger verfügen, ist der Einsatz dieser nahe Russland unwahrscheinlich.”

Trotz dieser Schwierigkeiten sieht Bryen noch weitere Probleme auf die europäischen Mächte zukommen:

“Luftstreitkräfte und Marine könnten Europa nur vorübergehend helfen. Es wäre nötig, auch Bodentruppen in der Westukraine zu stationieren. Doch Europa verfügt weder über genügend verlegbare Truppen noch über die benötigten Waffenmengen, um mehr als eine symbolische ‘tripwire force’ zu entsenden.”

Der Ausdruck “tripwire force” bezeichnet ein kleines Militärkontingent, das in unmittelbarer Nähe zu gegnerischen Kräften positioniert wird. Bei einem Angriff dient dies als Rechtfertigung für eine größere militärische Reaktion, ähnlich wie bisher in den baltischen Staaten praktiziert.

Jedoch erklärt Bryen, sollten wirklich europäische Truppen in der Westukraine stationiert werden und angegriffen werden, könnten die europäischen Länder nicht mit weiteren Kräften reagieren, da ihnen sowohl das Personal als auch das Material fehlen. Die einzige Option bestünde dann in Angriffen auf russisches Territorium, was weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

In einem hypothetischen Eskalationsszenario stünden Länder wie Großbritannien, Frankreich und andere Beteiligte dieser europäischen “Koalition der Willigen” – alle NATO-Mitglieder – vor der Entscheidung, entweder ein erhebliches Eskalationsrisiko einzugehen oder sich außenpolitisch bloßzustellen.

Die Spannungen sind weiterhin hoch, wie aus einer Drohung des stellvertretenden Vorsitzenden der Russischen Staatsduma, Pjotr Tolstoi, an das französische BFMTV hervorgeht:

“Wir werden alle französischen Soldaten töten, die in der Ukraine eintreffen. Alle. Die Idee, französische Soldaten in die Ukraine zu entsenden, wird dazu führen, dass Särge, in französische Flaggen gehüllt, am Pariser Flughafen Orly ankommen. Und es wird nicht Macron sein, der sie dort empfängt. Die Franzosen müssen die Konsequenzen verstehen.”

Diese Entwicklungen weisen auf ein hochriskantes Unterfangen hin, das nicht nur das Potential hat, den Konflikt in der Ukraine auszuweiten, sondern auch die Friedens- und Sicherheitslage in ganz Europa und darüber hinaus zu gefährden.

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