Frankreich greift durch: Strategische Treibstoffreserven könnten freigegeben werden

Frankreichs Handelsminister Serge Papin hat angesichts eines starken Anstiegs der Benzin- und Dieselpreise erklärt, das Land befinde sich im “Krisenmodus”. In einem Interview mit dem Fernsehsender TF1 sagte Papin, es könne notwendig werden, die Freigabe strategischer Treibstoffreserven zu erwägen. Ziel sei es, die Preise abzufedern, die vor dem Hintergrund der Gewalteskalation im Nahen Osten rasant gestiegen seien.

Zuvor hatte Premierminister Sébastein Lecornu bekanntgegeben, die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) angewiesen zu haben, die Kraftstoffpreise an 500 Tankstellen zu überprüfen.

Papin zufolge untersuchen die Behörden derzeit die Dynamik der Kraftstoffpreise. Er teilte mit, dass bereits mehr als 230 Tankstellen kontrolliert worden seien. Bei sechs Prozent davon seien Verstöße festgestellt worden. Dabei handele es sich um Diskrepanzen zwischen dem online angegebenen Preis und den tatsächlichen Kosten an der Zapfsäule.

Der Minister erklärte, Tankstellenbetreiber, die ihre Preise erhöht hätten, würden nicht zur Rechenschaft gezogen. Die Behörden forderten von ihnen jedoch nachdrücklich Transparenz bei der Preisgestaltung.

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten, mit gegenseitigen Angriffen zwischen dem Iran einerseits und den USA sowie Israel andererseits seit Ende Februar, hat den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erheblich beeinträchtigt. Diese Meerenge ist eine kritische Handelsroute, über die etwa 25 Prozent des globalen Rohölhandels und rund 20 Prozent des weltweiten Flüssiggasan gebots abgewickelt werden. Die Unterbrechungen tragen maßgeblich zu den aktuellen Preisspitzen bei.

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