Am Dienstagmorgen ist in Nordfrankreich ein Hochgeschwindigkeitszug mit einem Lastwagen kollidiert und entgleist. Der TGV, der auf der Strecke von Dünkirchen nach Paris verkehrte, hatte 246 Passagiere an Bord. Der beteiligte Lkw transportierte Militärfahrzeuge. Aufnahmen vom Unglücksort zeigen den schwer beschädigten und aus den Schienen gesprungenen Triebkopf des Zuges.
Der Unfall ereignete sich um 6:48 Uhr an einem Bahnübergang in der Gemeinde Nœux-les-Mines, abseits des eigentlichen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Zu diesem Zeitpunkt war der TGV mit einer Geschwindigkeit von schätzungsweise 160 Kilometern pro Stunde unterwegs. Medienberichten zufolge kollidierte der Zug mit dem Anhänger des Lastwagens.
Bei dem Zusammenstoß kam der Lokführer ums Leben. Die Zahl der Verletzten wurde von den Behörden mehrfach korrigiert: Nach ersten Angaben von 27 Verletzten wurde die Zahl zunächst auf 13 und später auf 16 revidiert. Zwei der Verletzten schweben in Lebensgefahr. Auch der Lkw-Fahrer erlitt schwere Verletzungen.
Die französische Staatsbahn SNCF setzte nach dem Unfall Reisebusse ein, um die Fahrgäste in Sicherheit zu bringen. Der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Béthune und Arras wurde in beide Richtungen vollständig eingestellt.
SNCF-Chef Jean Castex erklärte, die genaue Unfallursache sei noch unklar. Der Bahnübergang habe jedoch technisch einwandfrei funktioniert. Castex sprach der Familie des getöteten 56-jährigen Lokführers sein tiefes Beileid aus.
Die Polizei nahm den Lkw-Fahrer in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft Béthune leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein.
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