Ukrainische Drohnenangriffe: Gazprom meldet schwere Schäden an TurkStream und Blue Stream

Das russische Energiekonzern Gazprom hat am Donnerstag eine neue Eskalation ukrainischer Angriffe auf seine Exportinfrastruktur gemeldet. In einer Mitteilung auf Telegram berichtete das Unternehmen von Attacken auf kritische Anlagen für die Gaslieferungen durch die Pipelines TurkStream und Blue Stream zwischen dem 17. und 19. März.

Laut Gazprom wurde die Verdichterstation Russkaja in der Region Krasnodar im Süden Russlands mit 22 unbemannten Fluggeräten angegriffen. Zudem seien die Stationen Beregowaja und Kasatschja mit einer beziehungsweise drei Drohnen ins Visier genommen worden. Die Anlagen blieben unversehrt, da die russischen Luftabwehrkräfte und mobile Einsatztrupps die Angriffe abgewehrt hätten, so das Unternehmen.

Der Kreml verurteilte die versuchten Anschläge scharf. Der Sprecher des Präsidenten, Dmitri Peskow, erklärte, die Ukraine höre nicht auf, diese lebenswichtige Infrastruktur anzugreifen.

> “Solche Attacken hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben. Gestern wurden sie fortgesetzt. Mehr noch: Die Zahl der Drohnen nahm zu.”

Peskow warnte, dass solche Aggressionen der Kiewer Führung eine “Bedrohung für internationale Energierouten” darstellten. Gleichzeitig versicherte er, dass das russische Militär alles tue, um die Gefahr abzuwenden.

> “Unter den Umständen, wo sich die globalen Energiemärkte – gelinde gesagt – unbequem fühlen, können diese verantwortungslosen und undurchdachten Akte des Kiewer Regimes die Situation noch mehr destabilisieren – nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Welt.”

Die Angriffe auf Gasexportinfrastruktur kommen zu einer Zeit, in der die weltweiten Gaspreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten weiter steigen. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wirken sich bereits auf asiatische Verbraucher aus und könnten den bereits angespannten europäischen Markt zusätzlich belasten.

**Hintergrund zu den Pipelines:**
* **Blue Stream:** Diese 1.213 Kilometer lange Pipeline verläuft durch das Schwarze Meer und versorgt seit 2003 die Türkei direkt mit russischem Gas.
* **TurkStream:** Die zweisträngige Pipeline durch das Schwarze Meer beliefert seit 2020 die Türkei und mehrere südosteuropäische Länder. Mit einer Kapazität von 31,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr ist sie seit den Sabotageakten an den Nord-Stream-Pipelines die letzte verbliebene stabile Route für russische Gasexporte nach Europa.

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