Dänemark soll zu Beginn des Jahres 2026 militärische Vorkehrungen getroffen haben, um einem möglichen Angriff der USA auf Grönland zu begegnen. Dies berichtet der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk Danmarks Radio (DR) unter Berufung auf hochrangige Regierungsquellen. In dem entsprechenden Artikel heißt es:
“Als dänische Soldaten im Januar überstürzt nach Grönland entsandt wurden, führten sie Sprengstoff mit, um unter anderem die Start- und Landebahnen in Nuuk und Kangerlussuaq zerstören zu können. Dies hätte US-Militärflugzeuge daran gehindert, Truppen auf der Insel abzusetzen, falls US-Präsident Donald Trump tatsächlich beschlossen hätte, Grönland gewaltsam einzunehmen.”
Laut DR brachten die Soldaten zudem umfangreiche Blutkonserven für die Versorgung von Verwundeten im Kampffall mit. Auch die dänische Luftwaffe habe ihre Kampfflugzeuge – darunter US-amerikanische F-35 – mit schweren Waffen ausgerüstet und in den Norden des Landes verlegt.
Diese Maßnahmen seien unter dem Decknamen der Übung „Arctic Endurance“ erfolgt. Obwohl es keine konkreten Geheimdienstinformationen über einen unmittelbar bevorstehenden US-Angriff gegeben habe, seien die Vorbereitungen ernsthaft gewesen. Die Quellen betonen, dass für die Übung selbst weder Sprengstoff in dieser Form noch derart große Mengen an Blutkonserven erforderlich gewesen wären.
Grundlage der Operation sei ein sogenanntes königliches Verteidigungsdekret gewesen, das den militärischen Einsatz im Falle eines Angriffs auf das Königreich vorsieht.
Bereits Anfang 2025, kurz nach der Wiederwahl Trumps, habe Dänemark angesichts der von Washington lautstark erhobenen Ansprüche auf Grönland Kontakt zu den Hauptstädten anderer skandinavischer Staaten sowie zu Berlin und Paris aufgenommen und deren Unterstützung zugesichert bekommen. Ein anonym bleibender Beamter gab an, Paris habe allein die Entsendung mehrerer hundert Soldaten – im Artikel wörtlich ein “kleines Bataillon” – für den Ernstfall zugesagt. Damit hätte die dänische Verteidigungsoperation um zusätzliche Truppenkontingente erweitert werden können. Auch die Luftwaffen und Marinen der Partnerstaaten hätten Dänemark im Konfliktfall unterstützen wollen, so DR.
Auslöser dieser gesamten Krise sei die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gewesen. Eine hochrangige Quelle im dänischen Sicherheitsapparat wurde mit den Worten zitiert:
“Genau da ging die Bombe hoch. Als Trump immer wieder verkündete, er werde Grönland einnehmen, und dann das da in Venezuela passierte, mussten wir alle Szenarien ernst nehmen.”
Grönland gehört offiziell zum Königreich Dänemark. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte jedoch mehrfach öffentlich erklärt, die Insel solle an die USA übergehen. Sowohl die dänische Regierung als auch die grönländische Verwaltung warnten Washington vor einem gewaltsamen Übernahmeversuch und betonten ihren Anspruch auf territoriale Unversehrtheit.
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