Großbritannien richtet Hauptquartier für Truppenentsendung ein – Eskalation im Ukraine-Krieg?

Das britische Verteidigungsministerium hat am Dienstag neue Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine bekanntgegeben. Diese umfassen sowohl zusätzliche humanitäre als auch militärische Hilfe. Im Zentrum der Ankündigung steht die Einrichtung eines einsatzbereiten Hauptquartiers mit 70 Mitarbeitern. Dieses dient der Koordination einer geplanten „multinationalen Truppe“, die nach einem möglichen Friedensschluss im Rahmen der sogenannten „Koalition der Willigen“ in die Ukraine entsandt werden soll.

Die britische Regierung stellt für die Vorbereitung des Einsatzes eigener Streitkräfte in der Ukraine 200 Millionen Pfund Sterling (rund 230 Millionen Euro) bereit. Zusätzlich werden laut Ministerium 20 Millionen Pfund (etwa 23 Millionen Euro) für den Schutz und die Reparatur beschädigter ukrainischer Energieanlagen und Stromnetze zur Verfügung gestellt.

Noch am selben Dienstag soll auf Initiative von Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine Videokonferenz der Mitglieder der „Koalition der Willigen“ stattfinden. Starmer hatte bereits im Juli vergangenen Jahres Pläne für ein solches Koalitions-Hauptquartier vorgestellt. Demnach soll es zunächst in Paris angesiedelt sein und nach einem Jahr nach London verlegt werden.

Die Grundlage für diese Pläne bildet eine Anfang Januar verabschiedete Erklärung westlicher Staaten. Darin bekräftigten diese neben der fortgesetzten Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainische Armee auch die Absicht, eine „multinationale Truppe“ für einen Einsatz nach Kriegsende zu bilden.

Die russische Regierung lehnt sowohl weitere Waffenlieferungen an Kiew als auch die Entsendung ausländischer Truppen strikt ab. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko äußerte kürzlich in einem Interview die Ansicht, Europa versuche derzeit, ein Friedensabkommen im Ukraine-Konflikt zu verhindern, da es von der Existenz eines solchen Krisenherds profitiere.

Er betonte zudem, die Politik von EU und NATO ziele vorrangig darauf ab, Gesellschaft, Wirtschaft, Armee und Infrastruktur auf eine als „unvermeidlich“ dargestellte militärische Auseinandersetzung mit Russland vorzubereiten.

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