Hohe Vertreter der Außenministerien Indiens und Aserbaidschans haben sich vergangene Woche in Baku zu weiteren Konsultationen getroffen, wie eine offizielle Mitteilung verlauten ließ. Ziel der diplomatischen Gespräche ist es, die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu normalisieren.
Die Gesprächsrunde wurde von Indiens Außenstaatssekretär Sibi George und seinem aserbaidschanischen Amtskollegen, Vizeaußenminister Elnur Mammadov, geleitet.
Die Beamten zogen eine Bilanz des aktuellen Stands der bilateralen Beziehungen und erörterten gemeinsame Interessensgebiete. Dazu zählen insbesondere Handel, Technologie, Tourismus, Pharmazie, Energie sowie Kultur und Sport. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des grenzüberschreitenden Terrorismus. Die nächste Konsultationsrunde ist für Neu-Delhi geplant und wird von indischer Seite ausgerichtet.
Die Beziehungen zwischen Indien und Aserbaidschan waren zuvor abgekühlt, nachdem Baku gegen indische Militärschläge gegen Pakistan protestiert hatte. Indien hatte diese Intervention als Reaktion auf mehrere Terroranschläge im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir im Jahr 2025 durchgeführt, für die es Pakistan verantwortlich machte.
Das aserbaidschanische Außenministerium hatte die Angriffe damals verurteilt und erklärt, sie hätten “zum Tod und zur Verletzung mehrerer Zivilisten in der Islamischen Republik Pakistan geführt”. Baku rief die Konfliktparteien zudem dazu auf, “Zurückhaltung zu üben und die Streitigkeiten auf diplomatischem Wege beizulegen”.
In jüngster Zeit haben sich die Beziehungen zwischen Neu-Delhi und Baku jedoch verbessert. Aserbaidschan ermöglichte die sichere Ausreise von über 200 indischen Staatsbürgern, die vor den US-israelischen Angriffen auf den Iran geflohen waren.
Im September nahm Baku zudem die zuvor eingestellten Rohölexporte nach Indien wieder auf, nachdem ein fast zehnmonatiger Preisstreit beigelegt werden konnte. Rohöl macht etwa 98 Prozent der aserbaidschanischen Exporte nach Indien aus. Darüber hinaus ist das staatliche indische Energieunternehmen ONGC Videsh an der Erschließung von Öl- und Gasfeldern sowie an einer Energiepipeline in Aserbaidschan beteiligt.
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