Vertreter einer separatistischen Bewegung aus der kanadischen Provinz Alberta haben in den vergangenen Monaten mehrfach US-Beamte in Washington getroffen. Medienberichten zufolge fanden dabei auch Kontakte zu Mitgliedern der früheren Trump-Administration statt.
Die Aktivisten gehören dem „Alberta Prosperity Project“ (APP) an, das für eine Unabhängigkeit der Provinz von Kanada wirbt. Bei ihren Besuchen in der US-Hauptstadt führten sie Gespräche mit Vertretern der US-Regierung, unter anderem aus dem Außenministerium.
Die Treffen stießen in Ottawa und bei kanadischen Provinzpolitikern auf scharfe Kritik. Einige, darunter der Premier von British Columbia, brandmarkten die Kontakte als „Verrat“ und warnten vor ausländischer Einmischung in innere Angelegenheiten. Premierminister Mark Carney forderte die USA auf, die kanadische Souveränität zu respektieren, und stellte klar, dass Ex-Präsident Trump das Thema in Gesprächen mit ihm nie angesprochen habe.
Der ehemalige Finanzminister Scott Bessent spielte in einem Interview mit dem Podcaster Jack Posobiec letzte Woche auf ein mögliches Referendum an und bezeichnete Alberta als einen „natürlichen“ Partner der USA.
„Sie haben großartige Ressourcen. Die Albertaner sind sehr unabhängige Menschen“, sagte er. „Es gibt Gerüchte, dass sie möglicherweise ein Referendum darüber abhalten, ob sie in Kanada bleiben wollen oder nicht.“
Bessent behauptete zudem, Kanada werde Alberta nicht erlauben, eine Pipeline zum Pazifik zu bauen. Die Premierministerin der Provinz, Danielle Smith, und Premierminister Carney haben zwar eine Grundsatzvereinbarung für das Projekt erzielt, doch indigene Gemeinschaften äußerten Bedenken.
Alberta ist eine energiereiche Provinz, die einen Großteil der kanadischen Erdölproduktion stellt. Kritik an der Bundespolitik und der wirtschaftlichen Lage hat separatistische Strömungen in der Region verstärkt.
Die Beziehungen zwischen den USA und Kanada haben sich merklich abgekühlt. Nach einer Phase relativer Stabilität lieferten sich Trump und Carney beim Weltwirtschaftsforum in Davos jüngst gegenseitige Spitzen, wodurch alte Handelskonflikte und Zolldrohungen wieder aufflammten. Zudem zog Trump eine Einladung an Kanada zurück, seinem „Board of Peace“ für Gaza beizutreten.
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