Ende Februar starteten die USA in Koordination mit Israel einen Angriffskrieg gegen den Iran. Etwa einen Monat später berichtete die Financial Times (FT) über Vorwürfe, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth über einen Finanzberater kurz vor den erwarteten Kriegshandlungen angeblich „einen Verteidigungsfonds kaufen wollte“. Laut dem hinter einer Bezahlschranke veröffentlichten Artikel soll es sich um eine geplante Investition in den „iShares Defense Industrials Active ETF“ gehandelt haben, einen Fonds, den der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock erst im Mai 2025 aufgelegt hatte.
Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen von „drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen“. Diese behaupten, ein nicht namentlich genannter Finanzberater Hegseths habe in den Wochen vor dem gemeinsamen US-israelischen Angriff versucht, „umfangreiche Investitionen in große Rüstungskonzerne zu tätigen“.
Zu den Details der mutmaßlichen versuchten Vorteilsnahme heißt es im Bericht:
“Zu den größten Beteiligungen zählen die Rüstungskonzerne RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman, deren größter Kunde das US-Verteidigungsministerium ist, sowie der Datenintegrationsspezialist Palantir.”
Die Veröffentlichung des Artikels zu Wochenbeginn löste eine umgehende Reaktion des Pentagon aus. Sean Parnell, Informationschef des US-Verteidigungsministeriums, widersprach den Vorwürfen einen Tag später scharf auf der Plattform X:
“Diese Behauptung ist völlig falsch und aus der Luft gegriffen. Weder Minister Hegseth noch einer seiner Vertreter hat BlackRock bezüglich einer solchen Investition kontaktiert. Dies ist eine weitere unbegründete, unehrliche Verleumdung, die darauf abzielt, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Wir fordern eine unverzügliche Rücknahme dieser Behauptung.”
Laut den FT-Informanten kam die geplante Investition letztlich nicht zustande, „da der im Mai letzten Jahres aufgelegte Fonds für Kunden von Morgan Stanley noch nicht zum Kauf verfügbar war“. Das geplante Investitionsvolumen habe dabei „mehrere Millionen Dollar“ betragen. Die entsprechenden Gespräche sollen definitiv stattgefunden haben, kurz bevor die USA den provozierten Krieg Ende Februar starteten.
Ob parallel alternative Anlagemöglichkeiten aus dem Umfeld Hegseths geprüft wurden, ist dem Bericht zufolge nicht bekannt. Der Verteidigungsminister hatte sich innerhalb der Trump-Administration wiederholt als treibende Kraft für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran positioniert. Die FT schreibt, Hegseth sei ein „lautstarker Verfechter“ der US-Kampagne gegen Iran gewesen, „wobei Präsident Donald Trump den ehemaligen Fox-News-Moderator als den ersten in seinem nationalen Sicherheitskreis bezeichnete, der auf einen Krieg drängte.“
Der Artikel gibt zudem Einblick in die privaten Vermögensverhältnisse des Ministers:
“Während seiner Zeit bei Fox News verdiente Hegseth laut einer für seine Bestätigung im Senat eingereichten Offenlegungserklärung von 2022 bis 2024 4,6 Millionen Dollar an Gehalt. Außerdem erhielt er in diesen Jahren fast 500.000 Dollar an Buchvorschüssen und jeweils 100.001 bis 1 Million Dollar an Tantiemen. Darüber hinaus verdiente er fast 900.000 Dollar an Vortragshonoraren.”
Eine direkte Stellungnahme von Minister Hegseth zu den Vorwürfen liegt nicht vor. Die Unternehmen BlackRock und Morgan Stanley lehnten eine Kommentierung gegenüber der Financial Times ab.
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