Der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran hat nicht nur verheerende humanitäre Folgen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die von Raketen- und Drohnenangriffen betroffen sind, zeichnet sich eine weitere, stille Tragödie ab: eine Welle herrenloser Haustiere. Ausländische Arbeitskräfte, die seit Jahren in Städten wie Dubai lebten, verlassen das Land in großer Zahl – oftmals zurückgelassen werden ihre Hunde und Katzen.
Wie The Telegraph berichtet, sind Tierheime in den Emiraten überfüllt, viele können keine weiteren Tiere mehr aufnehmen. Tierschützer verzeichnen einen beispiellosen Anstieg ausgesetzter Vierbeiner, die nun durch die Städte streunen oder in der umliegenden Wüste umherirren. Besorgniserregend ist auch, dass einige Halter Tierärzte sogar darum bitten, ihre gesunden Haustiere einzuschläfern.
Die Situation überfordert Hilfsorganisationen wie K9 Friends Dubai und The Barking Lot. Ihre Mitarbeiter erhalten nach eigenen Angaben bis zu fünf Anrufe pro Tag von verzweifelten Besitzern, die damit drohen, ihre Tiere auf der Straße auszusetzen, wenn sie nicht sofort aufgenommen werden. Es gebe bereits Fälle, in denen Hunde an Laternenpfählen angebunden oder Katzen in ihren Transportboxen mit einem Abschiedsbrief zurückgelassen wurden.
Die Tierschutzorganisation War Paws, die in Kriegsgebieten aktiv ist, bezeichnet dieses Vorgehen in einem so wohlhabenden Land als “unfassbar”. Das Aussetzen von Tieren sei unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Die Direktorin der Organisation, Louise Hastie, hat die Regierung der VAE aufgefordert, umgehend Maßnahmen zum Schutz der verlassenen Tiere zu ergreifen. Sie verweist darauf, dass es sich um ein globales Problem handelt:
“Das ist nicht nur dort ein Problem. Das geschieht auch im Irak und in der Ukraine. Manche Leute gehen mit ihren Haustieren einfach nicht so um, wie wir es tun.”
Hintergrund der Krise sind die jüngsten militärischen Eskalationen. Nach Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran Ende Februar reagierte Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region. Dies führte zu massiven Störungen im internationalen Luftverkehr und veranlasste viele Länder, ihre Staatsbürger aus den Golfstaaten zu evakuieren. In dieser angespannten Lage sehen sich viele Expatriates gezwungen, ihre Haustiere im Stich zu lassen.
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