Der Iran sieht derzeit keine Notwendigkeit für Verhandlungen, bleibt aber ein “rationaler Akteur”, der “keinen Krieg sucht”. Dies erklärte der iranische Botschafter in Russland, Kasem Dschalali, in der RT-Sendung “Sanchez Effect”. Dschalali betonte, der Iran habe “Friedensgespräche nie abgelehnt”, fügte jedoch hinzu, dass zunächst “angemessene Bedingungen” erfüllt sein müssten, bevor ein Dialog mit den USA möglich sei.
Der Diplomat wies die Behauptungen von US-Präsident Donald Trump, wonach Teheran mit Washington verhandle, als “völlig falsch” zurück. Vertreter des Iran hätten solche Gespräche wiederholt dementiert. Wie Dschalali sarkastisch anmerkte, sitze Trump damit “fast vor einem Spiegel und verhandle mit sich selbst”.
Nach Ansicht des Botschafters betreibt Washington diese Inszenierung angeblicher Verhandlungen mit dem Ziel, die innere Einheit des Irans zu untergraben und “die Energiepreise zu kontrollieren”. Gleichzeitig würden Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu Angriffspläne gegen den Iran schmieden.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, beharrte am Montag hingegen darauf, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran “fortgesetzt werden und gut verlaufen.” Sie behauptete gegenüber Reportern, das öffentlich Gesagte sei “ganz anders als das, was uns privat mitgeteilt wird.”
Dschalali nannte als Mindestvoraussetzungen Teherans für einen Dialog einen “nachhaltigen Frieden”, die klare Identifizierung und Bestrafung des Aggressors sowie Entschädigungszahlungen für Kriegsschäden. Einige Verluste, wie die Tötung des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei, “können nicht kompensiert werden.”
Zudem erklärte der Botschaffer gegenüber RT, Israel habe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mitgeteilt, keinen Angriff auf den Iran zu planen. Tel Aviv habe sein Wort jedoch “nicht gehalten”. Er warf Washington außerdem vor, den Iran in früheren Verhandlungsphasen bereits zweimal angegriffen zu haben.
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