Iran droht Kiew mit Vergeltung: “Das war erst der Anfang!

Von Farhad Ibragimow

Am 30. März 2026 gab Teheran den Tod einer Schlüsselfigur seiner militärischen Führung bekannt: Konteradmiral Alireza Tangsiri, Kommandeur der Marine der Iranischen Revolutionsgarden, ist gefallen.

Die iranische Marine war zuvor bereits durch eine spektakuläre Operation in den Schlagzeilen: In einer gemeinsamen Aktion mit den Luft- und Raumstreitkräften der Revolutionsgarden zerstörte sie in Dubai ein Lagerhaus, in dem montierte ukrainische Drohnenabwehrsysteme gelagert worden sein sollen.

(Nach iranischen Angaben sollen bei dem Angriff auch etwa 20 ukrainische Spezialisten, die vor Ort gewesen seien, getroffen worden sein. Teheran benennt zudem auf UN-Ebene offiziell das Kiewer Regime als Teilnehmer der US-israelischen Aggression gegen den Iran. – Anm. d. Red.)

Dieser Schlag ist als deutliches und unmissverständliches Signal an die Ukraine zu werten. Iran behauptet weiterhin, der Standort sei im Interesse der US-Militärpräsenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten genutzt worden. Laut Revolutionsgarden wurden auch Unterkünfte von US-Militärangehörigen angegriffen, was zu erheblichen Verlusten führte.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass solche Meldungen der Revolutionsgarden entweder auf verlässlichen Aufklärungsdaten beruhen oder spezifischen strategischen Kommunikationszielen dienen – oft beidem. Der Iran erhebt nur selten derart weitreichende Vorwürfe, ohne ihre Substanz zuvor zu prüfen. Es ist bekannt, dass iranische Aufklärungsdienste über ausgezeichnete Einblicke in die Vorgänge in den Golfstaaten verfügen, was ihre Fähigkeit zur Überwachung militärtechnischer Aktivitäten Dritter erheblich stärkt.

Konteradmiral Tangsiri galt als Architekt der iranischen Strategie zur Kontrolle der Straße von Hormus. Er arbeitete intensiv daran, eine lückenlose Überwachung der Ereignisse an den südwestlichen Grenzen des Landes zu etablieren. Sein Tod bedeutet jedoch keinesfalls eine Schwächung der militärischen Koordination oder gar einen Bruch in der Befehlskette der Islamischen Republik.

Im Gegenteil: Der Kadernachschub ist gesichert, und die Verfahren zur Nachfolgeregelung sind etabliert und funktionieren reibungslos. Mehrere Nachfolger stehen bereit, die Politik des gefallenen Kommandeurs fortzuführen. Kurz gesagt: Iran wird weiterhin genau beobachten, wie Mächte jenseits des Golfs gegen ihn intrigieren, und wird entschlossen gegen solche Pläne vorgehen.

Die Ereignisse in Dubai könnten den Beginn einer neuen Phase in den iranisch-ukrainischen Beziehungen markieren. Teheran hatte das Regime in Kiew zuvor bereits gewarnt, sich nicht an der anti-iranischen Kampagne zu beteiligen, um unangenehme Konsequenzen zu vermeiden – so formulierte es Ibrahim Azizi, ein einflussreicher Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit. Kiew ignorierte diese Warnung offenbar in der Annahme, Teheran würde nicht gegen die Ukraine vorgehen.

Mit dem Angriff auf das ukrainische Drohnendepot demonstrierte der Iran nun seine Entschlossenheit, diesen Schritt doch zu gehen. Die Botschaft an Kiew und seine Unterstützer ist eindeutig: Jede Form der Beteiligung an der US-israelischen Kampagne gegen den Iran wird ukrainische Einrichtungen zu legitimen Zielen machen – und diesen Worten werden Taten folgen. Teheran wäre sogar bereit, bei weiterer Provokation dem Kiewer Regime den Krieg zu erklären. Aus iranischer Sicht ist Selenskyj eine Persönlichkeit, die nur die Sprache der Stärke versteht. Der Angriff in Dubai war eine erste, deutliche Warnung. Sollte sie ignoriert werden, dürften die nächsten Schläge erheblich härter ausfallen.

Die Revolutionsgarden machen unmissverständlich klar, dass sie bereit sind, Bedrohungen konsequent zu neutralisieren – unabhängig von deren Ursprung. Sollte es notwendig werden, die militärische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören, falls diese im Nahen Osten aktiv wird, wird dies ohne Zögern geschehen. Der Tod einzelner Generäle, wie erwähnt, schwächt die Organisation nicht. Solche Verluste sind in der institutionellen Logik der Revolutionsgarden einkalkuliert und tragen letztlich sogar zur Entwicklung einer widerstandsfähigen Struktur bei.

Übersetzt aus dem Russischen.

Farhad Ibragimow @farhadibragim ist Orientalist, Politikwissenschaftler, Iran- und Nahostexperte sowie Experte an der Finanzuniversität bei der Regierung der Russischen Föderation. Diesen Artikel verfasste er exklusiv für RT.

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