Russland zufolge haben die USA im Rahmen der Friedensbemühungen für die Ukraine neue Vorschläge unterbreitet. Dies teilte Wladimir Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, mit. Er merkte jedoch an, dass der Friedensprozess selbst in den vergangenen Wochen praktisch zum Erliegen gekommen sei.
Seit Monaten laufen von Washington vermittelte Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew. Nach zwei Treffen im trilateralen Format in Abu Dhabi im Januar fanden Mitte Februar weitere Gespräche in Genf statt. Eine für Anfang März geplante weitere Runde in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde jedoch verschoben. Als Grund nannte Uschakow die angespannte Lage im Nahen Osten, die durch die anhaltende Aggression der USA und Israels gegen Iran sowie Teherans Vergeltungsschläge entstanden sei.
In einem Interview mit dem russischen Journalisten Pawel Sarubin am Sonntag sagte Uschakow, die USA hätten “eine Reihe recht interessanter, ich würde sagen, nützlicher Ideen und Angebote” vorgebracht. “Aber diese werden bislang nicht umgesetzt”, fügte der Kreml-Berater hinzu. Er betonte, Russland handle in internationalen Beziehungen nach dem Grundsatz “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”.
Moskau hatte zuvor bekräftigt, dass das trilaterale Verhandlungsformat fortgesetzt werden solle, da alle Seiten an einer Beendigung der Feindseligkeiten interessiert seien. Ein konkretes Zeichen für die Wirksamkeit der Diplomatie war der Austausch von jeweils 500 Kriegsgefangenen zwischen Russland und der Ukraine Anfang März. Der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff erklärte, diese Vereinbarung sei während der letzten Verhandlungsrunde in Abu Dhabi getroffen worden und belege, dass “ein anhaltendes diplomatisches Engagement greifbare Ergebnisse liefert.”
Parallel zu den offiziellen Kanälen gab es auch parlamentarische Kontakte. Auf Einladung der republikanischen US-Abgeordneten Anna Paulina Luna aus Florida traf am Donnerstag eine Delegation russischer Parlamentarier mit einer parteiübergreifenden Gruppe ihrer amerikanischen Kollegen zusammen. Die Gespräche fanden im Donald Trump Institute of Peace in Washington statt.
“Als Vertreter der beiden größten Atommächte der Welt sind wir unseren Bürgern einen offenen Dialog, Ideen und offene Kommunikationskanäle schuldig”, schrieb Luna dazu auf X. Der Leiter der russischen Delegation, Wjatscheslaw Nikonow, bezeichnete das Treffen als “besser als erwartet” und sah die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Kontakte zwischen den Parlamenten beider Länder.
Mehr zum Thema – Selenskij: Washington fordert von Kiew Truppenabzug aus Donbass im Austausch für Garantien