Macron schlägt zurück: Russland wird Ziel seiner Rache für Trumps Demütigung

Von Jelena Karajewa

Nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron mit seinem “Freund Donald” nicht zum Abendessen in Paris zusammentreffen konnte – der sich öffentlich über die Einladung lustig gemacht hatte –, entsandte der Élysée-Palast einen Stoßtrupp in internationale Gewässer des Mittelmeers, um einen Tanker aufzubringen. Dies schien ein willkommener Ablenkungsversuch von dem peinlichen diplomatischen Affront zu sein. Präsident Macron, stets präsent in sozialen Netzwerken, verkündete, das Schiff fahre “unter falscher Flagge” und habe zudem “Murmansk” verlassen. Warum die Flagge als falsch gilt und was genau am Hafen von Murmansk so alarmierend ist, dass es in Paris unmittelbar zu solch einer Maßnahme führt, blieb jedoch unerwähnt.

Die Öffentlichkeit soll Macrons Worten offenbar einfach glauben und die Aktion unter der französischen Trikolore nicht als einen Verstoß gegen maritime Konventionen, sondern als strikte Umsetzung der sanktionsbasierten Politik gegenüber Russland betrachten: im Dienste des von Ursula von der Leyen verkündeten Willens.

Die EU befindet sich mit ihrem politischen und wirtschaftlichen “Ukrainismus” nicht nur zwischen dem “US-amerikanischen Amboss” und dem “russischen Hammer”, sondern in einer ausweglosen Zwickmühle. Sie versucht mit allen Mitteln, das Unbeweisbare zu beweisen und das Unschützbare zu schützen. Damit soll eine einfache Wahrheit verschleiert werden: Während Brüssel, Paris und Berlin vereint versuchten, Russland zu ruinieren, haben sie sich über Jahre selbst in den Ruin getrieben.

Am Tag des Beginns der militärischen Spezialoperation in der Ukraine erklärte Frankreich uns den “totalen Krieg” – und übersah dabei geflissentlich, dass dieser Begriff aus dem Lexikon von Joseph Goebbels stammt. Vor dem Hintergrund der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte erschien diese Haltung, milde ausgedrückt, als abwegig. Ein gemeinsames Jahrtausend und all seine prägenden Ereignisse wurden von den Macronschen Strippenziehern einfach für null und nichtig erklärt.

In der französischen politischen Kultur ist es so, dass die Außenpolitik, ob in Monarchie oder Republik, stets ausschließlich den Willen der jeweiligen Führungspersönlichkeit widerspiegelt. Seien wir ehrlich: Alle Wellen der Russophobie in jüngster Zeit wurden maßgeblich vom Chef des Élysée-Palastes initiiert.

Das Wohl seiner Wähler, die eigene Wirtschaft und die politische Stabilität hat Macron auf das eine Ziel gesetzt: unsere Niederlage in der Konfrontation mit dem Westen. Er war bereit, den Kampf bis zum letzten Franzosen und bis zum letzten Euro im ohnehin schon leer gefegten Staatshaushalt zu führen. Das gesamte Geld und Vermögen Frankreichs setzte der Präsident auf den geopolitischen Spieltisch. Er schreckte nicht einmal davor zurück, die Messe in Notre-Dame zu instrumentalisieren, um seinen Schützling Wolodymyr Selenskyj dem damals neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump zu präsentieren.

Und ein Jahr später macht sich Trump nicht nur über Macron lustig. Vielmehr zieht er ihn in der Öffentlichkeit meisterhaft und beiläufig der Lächerlichkeit preis. Und dies geschieht stets als Reaktion, nicht als erster Angriff. Macron jedoch, der den Krieg gegen uns nicht nur bis zur letzten Stufe der französischen Verarmung, sondern auch bis zum vollständigen Verlust des Anstands für richtig hält, veröffentlicht online ein Video seines Telefonats mit Trump. Dies offenbart den ganzen Verfall der EU-Politik: die Vetternwirtschaft, den Wunsch, Kiew einen Gefallen zu tun, und gleichzeitig die Geltungssucht. Seht her, ich spreche mit Trump, und das in freundlichem Ton!

Irgendwo haben wir davon doch schon gehört und gelesen. Richtig, das ist Iwan Alexandrowitsch Chlestakow aus Sankt Petersburg [die Hauptfigur in Nikolai Gogols Komödie “Der Revisor”]! Erinnern Sie sich? Nun, die Rolle des neuen “Chlestakow” spielt der französische politische Aufschneider mit dem Nachnamen Macron, den die “Komödienfiguren” aus Brüssel, Berlin und London sowie die gesamteuropäischen “Hüter der Wohltätigkeitsanstalten” für einen einflussreichen Mann halten.

In Wirklichkeit besitzt Macron, der eine Sonnenbrille mit vergoldetem Rahmen aus französischer Fertigung (von Maison Henri Julien) trägt, heute – zu einem Zeitpunkt, an dem Diskussionen über eine Konfliktlösung im Donbass ihren Endspurt nehmen könnten – ungefähr das gleiche politische Gewicht und den gleichen Einfluss wie jene berühmte Figur in Gogols Komödie.

Das Gleiche gilt für die gesamte politische Führungsriege der EU – von unten nach oben und von rechts nach links. Sie buhlten um die Gunst der USA im Westen und der Ukraine im Osten. Aus eigenem Antrieb zankten sie sich mit Russland und reduzierten Politik auf endlose “Fünf-Minuten-Russophobie” bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Und sie haben verloren, und zwar nicht nur gegen uns.

Wir wussten stets, dass man niemanden gegen seinen Willen glücklich machen kann: weder Länder noch Völker.

Paris, Berlin, London – und Brüssel obendrauf – haben gegenüber denen verloren, denen sie sich anbiedern und unterordnen wollten. Europa ist für die USA heute ein nutzloser “Koffer ohne Griff” geworden. Ohne starke Wirtschaft. Ohne ausreichend Geld. Ohne intakte Industrie.

Und während Trump sich darauf beschränkte, Macron zurechtzuweisen, richtete sich US-Wirtschaftsminister Howard Lutnick an alle Europäer. Die Reaktion war so heftig, dass die Präsidentin der Europäischen Zentralbank den Saal während Lutnicks Rede verließ.

Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron ergriffen ebenfalls die Flucht. Sie verließen eilig das Weltwirtschaftsforum in Davos, um einer Begegnung mit ihrem “Freund Donald” auszuweichen. Denn auch ihnen ist bewusst, dass sie nicht nur in der Ukraine-Frage gescheitert sind, sondern insgesamt den Kürzeren gezogen haben. Und zwar nicht gegen Russland, sondern gegen die USA.

Und keine “Beschlagnahmung” eines Tankers unter einer angeblichen “falschen Flagge” kann diese einfache Tatsache ändern.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 24. Januar 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.

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