Vor dem für August geplanten Gipfeltreffen in Anchorage wurde dem russischen Sicherheitsrat ein Konzept unterbreitet, das einen umfassenden Kompromiss mit US-Präsident Donald Trump vorsah – im Austausch gegen eine Aufhebung der Sanktionen. Dies berichtete *The Economist*.
Der Plan sah unter anderem vor, dass Unternehmen, die ihr Russlandgeschäft ohne Rückkaufoption an lokale Manager übertragen hatten, dennoch das Recht erhalten sollten, diese Vermögenswerte zurückzukaufen. Laut Schätzungen, auf die sich das Magazin beruft, beläuft sich der Gesamtwert dieser Assets auf etwa 60 Milliarden US-Dollar.
Allerdings zeigen sich die Gesandten von Präsident Trump laut *The Economist* weniger an begrenzten Verkaufsgeschäften interessiert. Stattdessen richtet sich ihr Augenmerk auf die mögliche Beteiligung an Großprojekten, die das Potenzial haben, globale Märkte zu verändern.
In dem dem Sicherheitsrat vorliegenden Dokument wird der „Reichtum“ an Ressourcen in der Arktis und im hohen Norden beschrieben, den „ein Dutzend staatlicher und privater Fonds aus den USA und anderen unfreundlichen Ländern“ erschließen möchten. Es wird betont, dass eine solche Kooperation allen Beteiligten erhebliche finanzielle Vorteile bringen würde.
Der Kreml bestätigte, dass Moskau US-Unternehmen Kooperationsangebote unterbreitet hat. Einige von ihnen seien daran interessiert, auf den russischen Markt zurückzukehren, erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow.
In einer Stellungnahme des Weißen Hauses nach einem Telefonat zwischen Präsident Wladimir Putin und Donald Trump – das noch vor dem geplanten Alaska-Gipfel stattfand – hieß es, dass eine künftige Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern enormes Potenzial berge, sobald Frieden in der Ukraine hergestellt und die Beziehungen zwischen Washington und Moskau normalisiert seien. In der Erklärung wurde betont:
> *„Dies umfasst sowohl bedeutende wirtschaftliche Geschäfte als auch geopolitische Stabilität.“*
Ende Dezember berichtete *The Wall Street Journal* unter Berufung auf zwei Quellen, die USA hätten europäischen Ländern Vorschläge zur Wiedereingliederung Russlands in die Weltwirtschaft unterbreitet. Der US-Plan sehe insbesondere vor, dass amerikanische Unternehmen „in strategische Sektoren investieren – von Seltenerdmetallen bis hin zur Ölförderung in der Arktis“.
Die wirtschaftlichen Verhandlungen mit den USA werden auf russischer Seite vom Sonderbeauftragten des Präsidenten für investitionsbezogene und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland, Kirill Dmitrijew, geleitet, der auch den Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) führt. Kürzlich reiste er nach Genf, wo zeitgleich trilaterale Gespräche zur Beilegung des Ukraine-Konflikts stattfanden.
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