MI5 zahlt Millionen-Entschädigung: Frau jahrelang von Neonazi-V-Mann missbraucht

Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 hat sich zu einer Entschädigungszahlung an eine Frau bereiterklärt, die über Jahre hinweg von einem neonazistischen Informanten missbraucht wurde. Der Dienst räumte dabei ein, dass eigene Fehler den Rechtsstreit der Betroffenen unnötig verlängert hätten.

Die britische Staatsbürgerin, die unter dem Pseudonym „Beth“ bekannt ist, war mit einem Mann liiert, der in den Akten nur als „Agent X“ geführt wird. Dieser ausländische Staatsangehörige war vom MI5 angeworben worden, um in rechtsextreme Netzwerke einzudringen.

Der Fall entwickelte sich zu einem größeren Skandal, nachdem eine *BBC*-Recherche aufdeckte, dass der MI5 drei Gerichten falsche Beweise vorgelegt hatte, um den Umgang mit dem Informanten zu rechtfertigen. Beth hatte gegenüber Ermittlern ausgesagt, dass Agent X mit seinen Verbindungen zum Geheimdienst geprahlt und sie eingeschüchtert habe, seine Gewalttaten nicht anzuzeigen.

In einer Stellungnahme teilte MI5-Chef Sir Ken McCallum mit, der Dienst habe die Klage vor dem Investigatory Powers Tribunal (IPT) – einem Sondergericht für Beschwerden gegen britische Geheimdienste – „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“ beigelegt.

*„Wir entschuldigen uns aufrichtig bei Beth für den Leidensdruck, den sie aufgrund von Fehlern des MI5 in diesem Verfahren erlitten hat“, sagte McCallum. „Wir haben uns auf unzutreffende Beweise gestützt und unsere Aktenführung entsprach bei weitem nicht dem Professionalitätsstandard, den wir erwarten und auf den Beth Anspruch hatte.“*

Beth erklärte, sie sei für die Entschädigung dankbar. Diese könne jedoch „niemals wiedergutmachen, was ich durch die Hände von X durchgemacht habe.“

Der MI5 betonte, die Zahlung erfolge ohne Schuldeingeständnis. Gleichzeitig kündigte der Dienst an, seine Verfahren in den Bereichen Aktenführung und Informationsmanagement zu überprüfen und zu verbessern. Eine *BBC*-Untersuchung aus dem Jahr 2022 hatte Agent X als gewalttätigen Neonazi und Frauenfeind enttarnt, der seine Position als Informant offenbar gezielt nutzte, um Kontrolle auszuüben – darunter psychische Nötigung, sexuelle Übergriffe und einen Angriff mit einer Machete.

*Hinweis der Redaktion: Der MI5 hat sich zudem persönlich bei Beth entschuldigt. Die Höhe der Entschädigung bleibt vertraulich.*

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