Kolumbien trauert: Ein Militärtransporter des Typs Lockheed C-130 Hercules ist mit 128 Menschen an Bord abgestürzt. Der Unfall ereignete sich am Montag in der südlichen Grenzprovinz Putumayo, unweit von Peru und Ecuador. Die Maschine war kurz zuvor in Puerto Leguízamo gestartet und auf dem Weg nach Puerto Asís, als sie in einem ländlichen Gebiet verunglückte.
In sozialen Netzwerken kursierten schnell Videos und Bilder von der Unglücksstelle. Sie zeigen eine gewaltige Rauchsäule, das brennende Wrack und erste Rettungsversuche. Auf einigen Aufnahmen sind Explosionen zu hören, die von der an Bord befindlichen Munition ausgingen.
Laut offiziellen Angaben befanden sich elf Besatzungsmitglieder, 115 Soldaten und zwei Polizisten an Bord. Die Behörden bestätigten den Tod von 66 Militärangehörigen: 58 Heeressoldaten, sechs Luftwaffenmitglieder und zwei Nationalpolizisten. Vier Personen werden noch vermisst. 57 Insassen konnten lebend geborgen werden, eine davon blieb unverletzt.
Die Ursache des Absturzes ist noch unklar. Die Behörden schließen jedoch vorerst einen Angriff oder Anschlag durch bewaffnete Gruppen in der Region aus. Verteidigungsministerium und Polizei sprachen den Familien der Opfer ihr tiefstes Beileid aus.
Die Tragödie löste im Land eine hitzige Debatte über den Zustand der Militärflotte aus. Die Opposition wirft Präsident Gustavo Petro vor, die Streitkräfte vernachlässigt zu haben. Dies sei nicht der erste schwere Zwischenfall unter seiner Regierung; eine Reihe von Hubschrauberunfällen habe bereits über 30 Todesopfer gefordert. Petro verwies auf bürokratische Hürden und betonte, sich mehrfach für eine Modernisierung der Flotte eingesetzt zu haben, entsprechende Pläne lägen jedoch noch nicht genehmigt vor. Die nächsten Präsidentschaftswahlen in Kolumbien sind für den 31. Mai angesetzt.
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