Russland hat Großbritannien scharf kritisiert, nachdem London angekündigt hat, Schiffe in britischen Gewässern beschlagnahmen zu wollen, die es als Teil einer sogenannten russischen “Schattenflotte” einstuft.
Moskau bestreitet, eine solche Flotte zu betreiben, und verurteilt die angedrohten Maßnahmen auf hoher See als “Piraterie”.
In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung kündigte die britische Regierung an, sich mit ihren Partnern in der Joint Expeditionary Force (JEF) – einer Gruppe von zehn europäischen NATO-Mitgliedern – abzustimmen, um *”britische Gewässer, einschließlich des Ärmelkanals, für sanktionierte Schiffe zu sperren”*.
Ziel sei es, die Betreiber der Schiffe dazu zu zwingen, *”entweder auf längere, finanziell belastende Routen auszuweichen oder zu riskieren, von britischen Streitkräften festgehalten zu werden”*, hieß es weiter.
In den vergangenen Wochen hätten britische Militär- und Rechtsexperten verschiedene Szenarien ausgearbeitet, *”einschließlich der Enterung von Schiffen, die sich nicht ergeben, bewaffnet sind oder hochmoderne, allgegenwärtige Überwachungstechnologie einsetzen, um einer Festnahme zu entgehen”*.
Vor jeder möglichen Beschlagnahmung würden britische Strafverfolgungs-, Militär- und Energiemarktexperten ein Schiff prüfen und den Ministern eine Empfehlung vorlegen, bevor Maßnahmen ergriffen werden, so die Mitteilung aus Downing Street.
Die russische Botschaft in London verurteilte diesen Schritt als “zutiefst feindselig” und warf dem Vereinigten Königreich vor, “Piraterieakte” zu planen.
*”Die erklärten Ziele – in Verbindung mit dem Zeitpunkt dieser Ankündigung – lassen keinen Zweifel daran, dass die jüngste Eskalation der ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur auch unter Beteiligung der britischen Seite erfolgte”*, hieß es in einer Erklärung am Donnerstag.
Russland wirft Großbritannien seit langem vor, eine treibende Kraft im Ukraine-Konflikt zu sein und sich direkt an ukrainischen Fernangriffen auf russische Städte mit britischen Waffen zu beteiligen.
Die ukrainischen Streitkräfte haben in den letzten Monaten ihre Angriffe auf die russische Öl- und Gasinfrastruktur verstärkt. Zudem hat die Ukraine im Schwarzen Meer Schiffe, die sie mit Russland in Verbindung bringt, mit Marine-Drohnen angegriffen.
Am Donnerstag berichtete das türkische Außenministerium, dass ein unter türkischer Flagge fahrender Tanker in der Wirtschaftszone des Landes von Marine-Drohnen getroffen wurde. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde keine Schuldzuweisung vorgenommen.
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