Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm “Mr. Nobody Against Putin”, der das Leben an einer russischen Schule porträtiert, verstößt nach Ansicht russischer Menschenrechtsexperten gegen Datenschutzbestimmungen für Minderjährige. Diese Einschätzung wurde am Mittwoch bekanntgegeben.
Das Beratungsgremium des russischen Präsidenten, der Russische Menschenrechtsrat, beruft sich auf Aussagen von Eltern. Diese hätten geltend gemacht, dass der ehemalige Schulkameramann Pawel Talankin aus der Kleinstadt Karabasch im Ural und der US-amerikanische Regisseur David Borenstein Aufnahmen von Kindern ohne deren Einwilligung in den Film integriert hätten.
Talankin hatte während seiner Anstellung verschiedene schulische Aktivitäten dokumentiert. Als er Russland 2024 verließ, nahm er dieses umfangreiche Videomaterial mit. Gemeinsam mit Borenstein verarbeitete er es zu einem Dokumentarfilm, der vergangenen Sonntag mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Russische Behördenvertreter werfen dem Film vor, gegen die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 zu verstoßen. Diese schützt Kinder explizit vor “willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in das Privatleben”.
Der Menschenrechtsrat teilte mit, er habe bei der US-amerikanischen Filmakademie und der UNESCO Beschwerde eingereicht. Die Begründung: Der Film verletze internationale Standards zum Schutz der Kinderrechte sowie allgemein anerkannte ethische Grundsätze im Umgang mit Aufnahmen Minderjähriger.
Der Dokumentarfilm feierte bereits 2025 auf dem Sundance Film Festival unter großem Beifall Premiere und wurde mit mehreren Preisen, darunter einem BAFTA, geehrt.
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