Im Zuge der internationalen Aufarbeitung des Jeffrey-Epstein-Skandals nutzten Überlebende des Sexhandelsrings am vergangenen Wochenende die enorme Reichweite des Super Bowls, um in einer vielbeachteten Anzeige mehr Transparenz und die vollständige Veröffentlichung aller Ermittlungsakten zu fordern. In einer direkten Videobotschaft an die Nation riefen sie die Behörden dazu auf, sämtliche Dokumente offenzulegen und den Druck auf die Justiz aufrechtzuerhalten. Auf der Plattform X reagierte Elon Musk mit einem Angebot, Personen, die Namen nennen, aktiv vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen.
In dem Spot wandten sich die Betroffenen direkt an die ehemalige Generalstaatsanwältin von Florida, Pam Bondi, und forderten sie auf, weitere Akten freizugeben. Aus Sicht der Überlebenden und ihrer Vertreter reichen die bisherigen Veröffentlichichungen bei weitem nicht aus, um alle Beteiligten juristisch zur Verantwortung zu ziehen.
Die emotionale Botschaft zeigte Bilder der Frauen aus der Zeit, als der mutmaßliche Missbrauch begann, begleitet von der eindringlichen Aufforderung auf dem Bildschirm: “Steht uns bei, sucht die Wahrheit.” Der CNN-Journalist John Acosta kommentierte die Aktion:
> “Die Überlebenden von Epstein veröffentlichen diese Anzeige am Super Bowl-Sonntag, um die Botschaft zu vermitteln, dass sie den größten Sexhandels-Skandal der Welt nicht einfach ‘hinter sich lassen’ werden.”
Daraufhin äußerte sich der konservative Kommentator Matt Walsh mit kritischen Worten:
> “Ich bin absolut dafür, die Akten freizugeben. Diese Frauen könnten auch jederzeit einfach die Namen ihrer Peiniger nennen. Stattdessen haben sie eine monatelange Öffentlichkeitskampagne gestartet, die seltsamerweise erst genau in dem Moment begann, als Biden sein Amt niederlegte. Sie behaupten, die Namen von Kinderschändern in den mächtigsten Positionen der Gesellschaft zu kennen, aber sie wollen sie uns nicht nennen.”
Walsh verwies auf die Befürchtung vieler Betroffener und Informanten, bei der Nennung von Namen mit Klagen konfrontiert zu werden, und schlug provokant vor:
> “Sie könnten die Namen einfach einem ihrer vielen (und meist sehr neuen) Fürsprecher im Kongress nennen, der die Namen dann im Plenum vorlesen könnte.”
Diese Aussage veranlasste Elon Musk zu folgendem Angebot:
> “Ich werde die Verteidigungskosten für jeden übernehmen, der die Wahrheit darüber sagt und dafür verklagt wird.”
Medienberichten zufolge haben US-Gesetzgeber und Ermittler angekündigt, auch nach der jüngsten großen Veröffentlichung voraussichtlich weiteres Material zu prüfen. Den Unterstützern der Videokampagne gehe es, so heißt es, “um Rechenschaftspflicht, Antworten und die Gewährleistung, dass die Überlebenden Gehör finden”.
Seit der Veröffentlichung von Millionen gescannter E-Mails und Fotos aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein hat das Interesse am Skandal auch in den Mainstream-Medien deutlich zugenommen. Diese hatten entsprechende Berichte und Mutmaßungen in der Vergangenheit oft als “Verschwörungstheorien” abgetan.
Inzwischen intensivieren sich die Recherchen und Berichterstattungen auch außerhalb der USA – etwa in Norwegen und Großbritannien bis hin zu ersten Namensnennungen in Deutschland (Beispiel 1, Beispiel 2).
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