Elon Musk warnt: Indien und China übernehmen die wirtschaftliche Vorherrschaft

Elon Musk verwies auf aktuelle IWF-Prognosen, die eine Verschiebung der globalen Machtbalance verdeutlichen. Demnach werden Indien und China bis 2026 den größten Beitrag zum weltweiten realen Wirtschaftswachstum leisten und damit die USA überflügeln.

„Das Gleichgewicht der Macht verlagert sich“, kommentierte der Tech-Milliardär auf X zu einer grafischen Darstellung der Daten. Diese zeigen, dass China voraussichtlich 26,6 Prozent zum globalen realen BIP-Wachstum beisteuern wird, gefolgt von Indien mit 17 Prozent. Die USA liegen mit einem Anteil von 9,9 Prozent auf dem dritten Platz.

Musk verfolgt die wirtschaftliche Dynamik beider Länder auch geschäftlich: Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX steht kurz vor dem Start seines Satelliteninternetdienstes in Indien und hat bereits Vereinbarungen mit den beiden größten Telekommunikationsanbietern des Landes getroffen. Tesla ist seit Juli des Vorjahres auf dem indischen Markt vertreten und hat dort das Modell Y eingeführt. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in Neu-Delhi und Mumbai.

Indiens Finanzministerin Nirmala Sitharaman reagierte auf Musks Beitrag und betonte, dass Indien und China gemeinsam für 43 Prozent des prognostizierten globalen Wirtschaftswachstums verantwortlich seien, wie der *Financial Express* berichtete.

Trotz der von den USA verhängten Zölle wird für die indische Wirtschaft im Haushaltsjahr 2026/2027 ein stabiles Wachstum erwartet, angetrieben durch eine robuste Binnennachfrage, so die Ministerin am Donnerstag.

Die offizielle Prognose sieht für das Fiskaljahr 2026 ein Wachstum von 7,4 Prozent vor, für 2027 werden zwischen 6,8 und 7,2 Prozent erwartet. „Der Trend ist seit einiger Zeit klar – Indien und China wachsen schneller als der Rest der Welt“, sagte der ehemalige indische Außenminister Anil Wadhwa gegenüber *RT*.

Wadhwa erläuterte, die Volkswirtschaften beider Länder seien sowohl komplementär als auch wettbewerbsfähig. In einigen arbeitsintensiven Branchen hätten sie in der Vergangenheit ähnliche Güter exportiert. „In China hat die Wirtschaft die Richtung geändert. Daher finden wir eine Lage, in der die Volkswirtschaften immer stärker komplementär werden“, so seine Analyse. China liefere heute vermehrt Hochtechnologiegüter und Präzisionsmaschinen, während Indiens arbeitsintensive Sektoren, wie die Textilindustrie, in China einen wachsenden Absatzmarkt fänden. Indiens Anteil am chinesischen Textilmarkt habe insbesondere zugenommen, nachdem die USA als Reaktion auf den Kauf russischen Öls Zölle gegen Neu-Delhi verhängt hätten.

Um seine Handelsbeziehungen zu diversifizieren und unabhängiger von den USA zu werden, hat Indien im vergangenen Jahr Handelsabkommen mit Großbritannien, dem Oman und Neuseeland unterzeichnet. Anfang dieses Monats folgte ein Abkommen mit der Europäischen Union.

Auf die Frage nach den Drohungen des US-Präsidenten Trump, Zölle gegen BRICS-Staaten zu erheben, entgegnete Wadhwa, die Gruppe verfüge über „innere Stärken“ und ausreichend Ressourcen, um trotz externen Drucks weiter zu wachsen.

Er fügte hinzu, es sei unvermeidlich, dass Volkswirtschaften, die vor Jahrzehnten industrialisiert wurden, auf einem höheren Entwicklungsniveau langsamer expandieren. Aufstrebende Märkte wie Indien und China hingegen hätten noch erheblichen Spielraum, von einem niedrigeren Ausgangsniveau aus zu wachsen.

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