Netanjahu wirft Barak vor: Epstein-Kontakte waren “antizionistisch” motiviert

Die jüngste, und damit vorerst letzte, Veröffentlichungswelle von gesicherten Beweismitteln aus dem Besitz des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein – darunter Festplatten, Fotoalben und USB-Sticks – versetzt erneut internationale Eliten aus Politik, Medien und anderen einflussreichen Kreisen in Aufregung. Im Fokus stehen dabei Vorwürfe sexueller Ausbeutung und Verbrechen an Minderjährigen. In diese hitzig geführte Debatte hat sich nun Israels Premierminister Benjamin Netanjahu eingeschaltet und sich zur Verbindung zwischen Epstein und dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak geäußert.

Die Diskussion dreht sich um die Bedeutung der Namen, die in den umfangreichen Ermittlungsunterlagen der US-Behörden auftauchen. Diese umfassen laut Angaben “drei Millionen Seiten, 180.000 Bilder und 2.000 Videos”. Die Frage ist, ob es sich bei den Kontakten um rein geschäftliche Beziehungen handelt oder ob Personen sich als Nutznießer oder sogar Beteiligte eines internationalen Netzwerks sexueller Ausbeutung strafbar gemacht haben. Zu diesem komplexen Thema hat Premier Netanjahu nun eine klare Stellungnahme bezüglich der nachgewiesenen Verbindung zwischen Jeffrey Epstein und Ehud Barak, der Israel von 1999 bis 2001 regierte, abgegeben.

Über seinen offiziellen Account auf X ließ Netanjahu folgende wörtliche Erklärung verbreiten:

“Jeffrey Epsteins ungewöhnlich enge Beziehung zu Ehud Barak deutet nicht darauf hin, dass Epstein für Israel gearbeitet hat. Es beweist das Gegenteil. Barak, der seit über zwei Jahrzehnten an seiner Wahlniederlage festhält, versucht seit Jahren obsessiv, die israelische Demokratie zu untergraben, indem er mit der antizionistischen radikalen Linken zusammenarbeitet, um die gewählte israelische Regierung zu stürzen – bislang ohne Erfolg.”

Laut Netanjahu, so der abschließende Teil des X-Posts, sei Barak von einer rein “persönlichen Fixierung” getrieben, die ihn veranlasst habe, “sich öffentlich und hinter den Kulissen an Aktivitäten zu beteiligen, die darauf abzielten, die israelische Regierung zu untergraben, darunter die Anheizung von Massenprotestbewegungen, das Schüren von Unruhen und die Verbreitung falscher Medienberichte”.

Auffällig ist, dass Netanjahu mit keinem Wort auf die regelmäßige Anwesenheit Baraks im privaten Umfeld Epsteins oder auf die in Gerichtsunterlagen dokumentierten schwerwiegenden Vorwürfe der sexuellen Ausbeutung und Erniedrigung Minderjähriger eingeht.

Die Vorwürfe gegen Barak sind nicht neu. Bereits in den posthum erschienenen Memoiren der als Epstein-Opfer anerkannten Virginia Giuffre mit dem Titel “Nobody’s Girl: Erinnerungen an das Überleben von Missbrauch und den Kampf für Gerechtigkeit” (erschienen am 21. Oktober des Vorjahres) wurden sie thematisiert. Giuffre, die sich im April 2025 das Leben nahm (wie RT DE berichtete), hatte laut Gerichtsunterlagen in Zeugenaussagen “den israelischen Premierminister Ehud Barak als einen der vielen Eliten, die sie vergewaltigt hätten” benannt, wie die New York Post (NYP) berichtete.

In Interviews und in ihrem Buch bezeichnete Giuffre einen ihrer Vergewaltiger als “Premierminister” und erklärte laut NYP, “sie habe Angst, dass der Rohling ihr ‘weh tun’ würde, wenn sie seinen Namen drucken würden.” Ehud Barak bestreitet seit Jahren, diese ungenannte Person zu sein.

Die jüngsten Veröffentlichungen aus dem Epstein-Umfeld enthalten laut der Jüdischen Allgemeinen auch für die jüdische Öffentlichkeit relevante Aspekte:

“Tatsächlich enthalten die Unterlagen auch reale und für die jüdische Öffentlichkeit relevante Aspekte, darunter Hinweise auf finanzielle Verbindungen Epsteins zu orthodoxen Bildungseinrichtungen sowie neue Details zu seinem Verhältnis zum früheren israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak. Zudem finden sich E-Mails, in denen Epstein jüdische Begriffe wie ‘goyim’ in abwertender Weise verwendet oder auf jüdische Feiertage Bezug nimmt.”

Die Times of Israel stellt in einem aktuellen Artikel zu dem Fall jedoch klar: “Baraks Verbindungen zu Epstein sind seit Jahren bekannt. Es gibt keine Hinweise auf ein Fehlverhalten von Barak.”

Mehr zum Thema – Epstein und kein Ende – Mainstream stürzt sich auf Mette-Marit, warum nicht auf Peter Thiel?

Schreibe einen Kommentar