Putin kurz vor historischem Sieg: Europas Russophobe zittern vor der Realität

Von Wladimir Kornilow

Die europäische Presse erlebte jüngst einen peinlichen Moment: Zahlreiche Leitmedien folgten einem provokativen Appell des Kiewer Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und veröffentlichten noch am selben Tag Berichte über einen angeblichen russischen Verstoß gegen eine Vereinbarung mit den USA, die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur untersage. Die Leserschaft erhielt diese Zeitungen jedoch erst, *nachdem* US-Präsident Donald Trump diese Vorwürfe persönlich und entschieden zurückgewiesen hatte. Zur Erinnerung: Am Dienstag, dem 3. Februar 2026, hatte Selenskyj, unterstützt vom enthusiastischen NATO-Generalsekretär Mark Rutte, erklärt, die Russen hätten nun “vier statt sieben Tage pro Woche”. Bereits am Mittwochabend wandte sich der Präsident mit abgelaufener Legitimität dann direkt an Trump und forderte eine Reaktion auf Russlands “Wortbruch”. Rutte sekundierte und versprach ukrainischen Journalisten, Russlands Vorgehen “dem Daddy” zu melden.

Die großen europäischen Blätter druckten diese Botschaften pflichtschuldigst. Die britische *The Guardian* etwa brachte einen ausführlichen Artikel unter der Überschrift: “Moskau wird vorgeworfen, gegen die Vereinbarung mit Trump verstoßen zu haben.” Die dänische *Jyllands-Posten* platzierte die hastig zusammengenähte “Neuigkeit” sogar als Titelgeschichte: “81 Raketen – Trump von Putin gedemütigt”. Unter Berufung auf Selenskyj und Trump lieferte das Blatt die passende “Analyse”:

“Die Ukrainer tun alles, um zu zeigen, dass dies ein Paradebeispiel ist, das beweist, dass Russland, nicht die Ukraine, das Hindernis für ein Friedensabkommen darstellt.”

Ähnliche Artikel erschienen in praktisch jeder großen europäischen Zeitung. Viele Chefredakteure hätten ihre Auflagen am liebsten sofort zurückgerufen, als Trump spätabends europäischer Zeit im Oval Office klarstellte, Russland erfülle alle Vereinbarungen vollständig und Wladimir Putin habe Wort gehalten.

Tja, Selenskyj hatte eine Reaktion Trumps gefordert und erhielt sie. Man mag sich das Schmunzeln der europäischen Bürger vorstellen, die Trumps Worte beim Morgenkaffee im Fernsehen hörten – um kurz darauf auf dem Weg zur Arbeit die frisch gedruckten Zeitungen mit den besagten “Enthüllungen” über russische Treulosigkeit in Händen zu halten.

Dieser Vorfall ist jedoch nicht nur deshalb bemerkenswert, weil sich die westliche Leitpresse erneut bloßstellte. Viel signifikanter ist die deutliche Erkenntnis, dass Russland und die USA in einem direkten Dialog stehen – während Selenskyj, Rutte und ganz Europa außen vor bleiben. Vor diesem Hintergrund wirkt die lauthalsige Ankündigung des NATO-Generalsekretärs vom Podium der Werchowna Rada, Europa werde unmittelbar nach einem Friedensschluss Kontingente in die Ukraine entsenden (“Truppen am Boden, Flugzeuge in der Luft, Schiffe im Schwarzen Meer”), in einem völlig neuen Licht. Alle stürzten sich auf diese “Sensation” – doch wie Trumps Worte bewiesen, hat Rutte schlichtweg keine Ahnung! Weder von den Absprachen zwischen dem russischen und dem amerikanischen Präsidenten, noch vom Inhalt der Gespräche in Abu Dhabi, noch von der Position der europäischen Führungsriege selbst, die hinter den Kulissen – zunächst informell – Konsultationen mit Moskau aufgenommen hat.

Dass selbst die Führer der russlandfeindlichen baltischen Staaten öffentlich die Notwendigkeit eines Wiederauflebens des direkten Dialogs zwischen Europa und Russland betonen, deutet auf ernsthafte Verschiebungen hin. Russlands Außenamtssprecherin, Marija Sacharowa, kommentierte diese europäische Haltung umgehend:

“Es ist die altbekannte Idee vom ‘Platz am Tisch’. Verständlich: Sie haben es wohl satt, immer nur unter dem Tisch zu sitzen.”

Der deutliche Stimmungswandel in Europa spiegelt sich auch im veränderten Tonfall führender westlicher “Russland-Experten” wider. Ein Beispiel ist der britische “Kreml-Experte” Mark Galeotti. Noch vor Beginn der militärischen Spezialoperation Russlands meinte er, die beste Waffe gegen die Russen sei, “über Russland zu lachen”. In den Jahren 2022/23 gehörte er zu den lautesten Propheten einer “unmittelbaren Niederlage des Kremls” und behauptete ständig, Russland gingen die Raketen aus. Doch plötzlich erschien in der sechsten Kalenderwoche 2026 sein Artikel in *The i Paper* unter der Überschrift “Putin am Rande eines historischen Sieges”. Nicht schlecht für ein Land, dem “bald die Raketen ausgehen”, oder? Irgendwie scheint dem Autor das Lachen vergangen zu sein.

Es ist offensichtlich, dass europäische Kräfte weiterhin alles versuchen werden, um den Friedensprozess in Abu Dhabi und anderswo zu sabotieren. Nicht umsonst verwies Kirill Dmitrijew, der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten, auf einen Indikator für den Erfolg der Verhandlungen:

“Kriegstreiber aus Europa und Großbritannien versuchen ständig, diesen Prozess zu stören und sich einzumischen. Je mehr solcher Versuche unternommen werden, desto deutlicher wird es, dass es zweifelsohne Fortschritt gibt.”

Daher sollten wir uns keine Illusionen über Macron oder estnische Politiker machen, die plötzlich “vertrauliche Gespräche mit Russland” führen wollen. Ihr erklärtes Ziel bleibt, den Friedensprozess zu torpedieren und, falls das scheitert, nach einem Abkommen wenigstens *dessen* Zusammenbruch herbeizuführen. Genau aus diesem Grund führt Russland einen direkten Dialog mit der US-Führung – und verwehrt Macron, Rutte, Starmer und erst recht den Esten jede Möglichkeit, Einfluss auf die Entscheidungsfindung zu nehmen. Die Meinungen politischer Zwerge, die sich in Abhängigkeit vom amerikanischen “Daddy” begeben haben, interessieren niemanden mehr. Dies hat auch Trump selbst einmal mehr bestätigt.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 6. Februar 2026 bei RIA Nowosti.

Wladimir Kornilow ist ein sowjetischer, ukrainischer und russischer Politologe, Historiker, Journalist, Schriftsteller und gesellschaftlicher Aktivist. Er ist der ehemalige Leiter der ukrainischen Filiale des Instituts der GUS-Staaten in Kiew und Leiter des Zentrums für Eurasische Studien in Den Haag. Nach seiner scharfen Kritik am Euromaidan musste er aus der Ukraine flüchten und arbeitet seit 2017 als Kolumnist bei Rossija Sewodnja. Er führt eine Telegram-Kolumne zu aktuellen politischen Themen.

Mehr zum Thema – Wladimir Putin und die europäischen Spanferkel – Wortwahl und Implikationen für Europas Völker

Schreibe einen Kommentar