Orbáns brisante Prognose: “Europa wird wieder russische Energie brauchen

Europa wird nach Ansicht des ungarischen Premierministers Viktor Orbán “früher oder später” wieder auf russische Energieressourcen zurückgreifen müssen. In einem Gespräch mit dem US-Blogger Mario Nawfal begründete er diese Einschätzung:

“Wenn Sie so stark von der Energieversorgung, also Öl und Gas, abhängig sind, können Sie nicht auf eine wichtige Quelle verzichten, nämlich auf eine der wichtigsten Energiequellen, die Sie benötigen (…) Aber was wir tun, um Sanktionen gegen billige russische Energie zu verhängen, ist einfach politisch verrückt.”

Der Politiker verwies zudem auf die angespannte Lage auf dem Energiemarkt, die durch die Blockade der Straße von Hormus verschärft werde.

“Das Ganze endet nun mit einer Demütigung der europäischen Politiker, denn die Straße von Hormus ist jetzt gesperrt. Und wir wissen nicht, wie und wann sie wieder funktionieren wird.”

Orbán bezeichnete den von der EU angestrebten Ausstieg aus den russischen Energielieferungen als einen grundlegenden “Fehler”. Seiner Prognose nach werde sich die Union “früher oder später” wieder an Russland wenden müssen.

“Und wir müssen von dort kaufen. Es war also ein strategischer Fehler.”

Ein weiterer Fehler der Europäer liege nach Orbáns Worten darin, sich über den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump lustig gemacht zu haben. Dadurch habe die EU “die Brücken und die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der größten Weltmacht zerstört, weil er [Trump] nicht liberal ist”.

Mit Blick auf die eigene Situation betonte der ungarische Regierungschef die Abhängigkeit seines Landes von Energieimporten.

“Was Energie und Rohstoffe angeht, sind wir sehr arm. Deshalb sind wir auf Importe abhängig.”

Für Ungarn als Binnenland bleibt der südliche Zweig der Druschba-Ölpipeline eine entscheidende Versorgungsroute. Ende Januar stellte die Ukraine jedoch die Öllieferungen über diese Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei ein. Als Grund nannte Kiew Schäden an der Infrastruktur infolge russischer Angriffe, die repariert werden müssten. Als Reaktion auf diesen Lieferstopp legte Budapest sein Veto gegen das 20. EU-Sanktionspaket sowie gegen einen EU-Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro ein.

Am Mittwoch kündigte Orbán zudem an, dass Ungarn seine Gaslieferungen an die Ukraine einstellen werde, bis der Öltransit aus Russland über die Druschba-Pipeline wieder aufgenommen wird.

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