Orbáns drastischer Appell: “EU muss wieder mit Moskau reden – sonst droht Chaos!

In einem Gespräch mit GB News brachte der ungarische Premierminister Viktor Orbán seine Überzeugung zum Ausdruck, dass der Westen die europäische Sicherheitsarchitektur grundlegend destabilisiert habe. Dies sei durch die Unterstützung der NATO-Beitrittsbestrebungen der Ukraine geschehen, obwohl Russland seine Ablehnung einer weiteren Osterweiterung des Bündnisses als klare Sicherheitsbedrohung mehrfach und deutlich kommuniziert habe. Orbán plädierte dafür, Russland in künftige europäische Sicherheits-, Energie- und Handelsabkommen einzubeziehen. Er führte wörtlich aus:

“Der Krieg muss beendet werden, und dann sollten wir zur alten Harmonie zurückkehren. Wenn wir uns darin nicht einig sind, lasst uns gemeinsam mit den Russen ein neues Sicherheits- und Handelssystem schaffen.”

Ungarn übt seit Langem Kritik an den EU-Bemühungen, die russischen Energieimporte schrittweise auslaufen zu lassen. Diese Politik habe zu erheblichen Preissteigerungen in den Mitgliedstaaten geführt und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen beeinträchtigt. Orbán betonte zudem, dass die Sanktionen gegen Russland einen kontraproduktiven Effekt hätten, da sie der Wirtschaft der EU erheblichen Schaden zufügten.

Die jüngste Eskalation des Nahost-Konflikts hat in den vergangenen Wochen zu einem weiteren Anstieg der Öl- und Gaspreise beigetragen, nachdem iranische Behörden die Straße von Hormus für westliche Tanker gesperrt hatten.

Vor diesem Hintergrund forderte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó die EU letzte Woche auf, das Verbot russischer Energielieferungen aufzuheben. Er unterstrich, dass die Sanktionen primär den Europäern selbst und der europäischen Wirtschaft schadeten.

Diese Einschätzung teilt auch Kirill Dmitrijew, Russlands Sonderbeauftragter für Investitionen und internationale Wirtschaftskooperation. Er wies darauf hin, dass der Iran-Konflikt erneut zeige, dass die Sanktionen ein “strategischer Fehler” seien. Auf der Plattform X prognostizierte er, die EU werde “unweigerlich um mehr russisches Gas bitten” – eine Annahme, die er mit HSBC-Prognosen untermauerte, die einen Anstieg der europäischen Erdgaspreise um 40 Prozent vorhersagen.

Die Bereitschaft für eine energiepolitische Zusammenarbeit signalisierte auch der russische Präsident Wladimir Putin. Bei einem Treffen im Kreml zur Lage auf den globalen Öl- und Gasmärkten erklärte er vergangene Woche, Russland sei zu einer Partnerschaft bereit, benötige dafür jedoch ein klares Signal aus Europa. “Wenn die europäischen Abnehmer sich plötzlich umorientieren und uns eine langfristige, stabile Zusammenarbeit garantieren, die frei von politischer Konjunktur ist – bitte. Wir haben uns nie geweigert, wir sind bereit zu arbeiten, aber wir brauchen Signale von ihnen, dass auch sie arbeiten wollen”, sagte Putin. Er fügte hinzu, Moskau prüfe stets die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit von Brennstofflieferungen an den Westen und werde nicht darauf warten, bis Europa in Energiefragen “demonstrativ die Tür zuschlägt”.

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