Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat vor seinen Anhängern die Wahlniederlage seiner Partei Fidesz eingestanden. Das vorläufige Ergebnis bezeichnete er als “klar und schmerzhaft”.
In seiner Ansprache bedankte er sich bei den Wählern, die seiner Partei über Jahre die Treue gehalten hätten. Rund 2,5 Millionen Menschen hätten Fidesz erneut ihre Stimme gegeben. “Diese Unterstützung werden wir nicht vergessen”, so Orbán.
Er kündigte eine Phase des innerparteilichen Wiederaufbaus an. Da die Partei nicht mehr die Regierungsverantwortung trage, müsse man sich nun auf den Aufbau der eigenen politischen Gemeinschaft konzentrieren. “Wir geben nie auf”, betonte Orbán. Die kommende Zeit werde dazu dienen, “unsere Wunden zu heilen”.
Nach der Auszählung von etwa 60 Prozent der Stimmen zeichnet sich ein klarer Sieg der oppositionellen Vereinigten Ungarischen Bürgerbewegung unter Péter Magyar ab. Demnach könnte die Opposition nicht nur eine einfache, sondern sogar eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit im Parlament erreichen.
Wie Magyar auf X mitteilte, habe Orbán ihm persönlich zum Wahlsieg gratuliert.
Internationale Nachrichtenagenturen berichten unter Berufung auf den Oppositionsführer von einem entsprechenden Telefonat.
Die Entwicklungen deuten auf einen historischen Machtwechsel in Ungarn hin, der nach 16 Jahren ununterbrochener Regierungszeit von Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei bevorsteht.
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