Das oberste Gericht Panamas hat am Freitag entschieden, dass die Konzessionsverträge für den Betrieb von Häfen am Panamakanal, die dem chinesischen Konglomerat CK Hutchison erteilt wurden, gegen die Verfassung des mittelamerikanischen Landes verstoßen. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, steht dem in Hongkong ansässigen Unternehmen kein Rechtsmittel gegen dieses Urteil zu. Es kann lediglich beim Gericht um Klarstellungen ersuchen, was den Vollzug der Vertragsauflösung verzögern könnte. Von der Entscheidung betroffen sind die Häfen Balboa an der Pazifikküste und Cristóbal an der Atlantikküste.
Hohe Regierungsbeamte teilten dem WSJ mit, dass Panama nach einem etwaigen Abzug von CK Hutchison den reibungslosen Betrieb der Hafenanlagen sicherstellen werde. Bis zu einem neuen Ausschreibungsverfahren unter geänderten Lizenzbedingungen solle ein Unternehmen mit der vorübergehenden Verwaltung der Terminals beauftragt werden. Dabei sei auch eine getrennte Vergabe der beiden Häfen denkbar.
In einem Kommentar für das WSJ wertete der ehemalige US-Botschafter in Panama, John Feeley, das Gerichtsurteil als diplomatischen, nicht jedoch als wirtschaftlichen Rückschlag für China. Chinesische Reedereien könnten den Kanal weiterhin nutzen, und der Betrieb werde auch nach einem Ausscheiden von CK Hutchison nicht eingestellt.
Bereits Anfang 2025 hatte US-Präsident Donald Trump in seiner Antrittsrede die Beteiligung chinesischer Unternehmen an der Verwaltung des Panamakanals als inakzeptabel kritisiert. Aus seiner Sicht stellt die chinesische Infrastruktur, die in den letzten drei Jahrzehnten rund um die wichtige Wasserstraße entstanden ist, eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA dar.
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