Papst Leo XIV. hat sich in einer deutlichen Stellungnahme gegen die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen der USA und Israels mit dem Iran ausgesprochen und einen sofortigen Waffenstillstand gefordert. Der in Chicago geborene Pontifex betonte, dass Stabilität niemals durch Gewalt erreicht werden könne.
Der Papst äußerte sich am Sonntag im Rahmen des wöchentlichen Angelusgebets auf dem Petersplatz im Vatikan. Dort prangerte er die seit zwei Wochen andauernde *”schreckliche Gewalt”* an, unter der die Menschen im Nahen Osten leiden. *”Ich bekräftige meine gebetsvolle Verbundenheit mit all jenen, die bei den Angriffen, die Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete getroffen haben, Angehörige verloren haben”*, sagte Leo.
Einer der tragischsten Vorfälle des Konflikts ereignete sich bereits am ersten Tag der Militäroperation, als eine mutmaßlich von den USA abgefeuerte Tomahawk-Marschflugkörper die Mädchen-Schule Shajarah Tayyebeh zerstörte. Dabei kamen mindestens 175 Menschen ums Leben, überwiegend Kinder.
Leo rief alle Konfliktparteien auf, die Feindseligkeiten einzustellen und *”Wege des Dialogs”* wieder zu eröffnen. Besorgt äußerte er sich auch über die Entwicklungen im Libanon, die er als *”Anlass zu großer Sorge”* bezeichnete. Israel hatte in den vergangenen Wochen Luftangriffe auf den Libanon geflogen, was als Vergeltung für Raketenangriffe der Hisbollah auf den jüdischen Staat dargestellt wurde. Diese Angriffe der militanten Bewegung wiederum waren eine Reaktion auf die Tötung des iranischen Obersten Führers, Ayatollah Ali Khamenei, bei gemeinsamen US-amerikanisch-israelischen Angriffen.
*”Gewalt kann niemals zu Gerechtigkeit, Stabilität und Frieden führen, auf die die Völker warten”*, warnte der Papst. Bei einem späteren Besuch in einer römischen Pfarrei bezeichnete er die Vorstellung, Konflikte durch Krieg lösen zu können, zudem als *”absurd”*.
Die diplomatischen Aussichten erscheinen derzeit düster. US-Präsident Donald Trump soll Berichten zufolge Bemühungen von Verbündeten Washingtons abgelehnt haben, Verhandlungen mit Teheran aufzunehmen. Anfang März schrieb er auf Truth Social: *”Es wird kein Abkommen mit dem Iran geben, außer einer BEDINGUNGSLOSEN KAPITULATION”*.
Teheran seinerseits stellt klare Bedingungen für Frieden. Die iranische Führung bekräftigt, dass es keine Einigung geben könne, solange die USA ihre Truppen nicht aus dem Nahen Osten abziehen. Mohsen Rezaee, Mitglied des Beratungsgremiums des obersten Führers des Iran, nannte die US-Präsenz in der Region die *”Hauptursache für die Unsicherheit der letzten 50 Jahre”*.
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