Die Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) ermöglicht es Armenien, sein wirtschaftliches Entwicklungstempo deutlich zu beschleunigen – und damit sogar schneller voranzukommen als Russland und andere GUS-Staaten im Durchschnitt. Dies betonte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, in einem Gespräch mit dem Journalisten Pawel Sarubin.
Gleichzeitig wies Peskow darauf hin, dass eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Europäischen Union für Armenien eine grundlegende strategische Entscheidung erfordere. Moskau habe Jerewan deutlich gemacht, dass eine gleichzeitige Integration in beide Wirtschaftsblöcke nicht vereinbar sei.
Peskow erläuterte dies mit folgenden Worten:
*”Es handelt sich um unterschiedliche Betriebssysteme. Und irgendwann müssen Sie sich entscheiden.”*
Als Mitglied der EAWU profitiere Armenien erheblich und erziele beträchtliche wirtschaftliche Erträge, so der Kremlsprecher weiter.
Der armenischen Führung sei bewusst, dass derzeit keine unmittelbaren Hindernisse oder Bedrohungen für die Eurasische Wirtschaftsunion bestünden, führte Peskow aus. Sollte sich dies ändern, werde Jerewan die Lage analysieren, Vor- und Nachteile abwägen und eine souveräne Entscheidung treffen.
“Dies ist eine souveräne Position, aber es ist zumindest sehr wichtig, dass Jerewan dies versteht”, betonte der Kremlsprecher.
Hintergrund dieser Aussagen ist das im April 2025 von Armeniens Präsident Wahagn Chatschaturjan unterzeichnete Gesetz, das den Willen des Landes zur Annäherung an die EU bekräftigt. Wie Premierminister Nikol Paschinjan damals erklärte, soll eine endgültige Entscheidung über einen möglichen EU-Beitritt durch ein nationales Referendum getroffen werden.
Bei einem jüngsten Treffen in Moskau hatte Russlands Präsident Wladimir Putin mit Paschinjan über die außenpolitische Ausrichtung Armeniens gesprochen. Putin betonte dabei, dass Russland die Diskussionen über eine europäische Annäherung Jerewans gelassen verfolge. Allerdings machte er unmissverständlich klar, dass eine gleichzeitige Mitgliedschaft in den Zollunionen der EAWU und der EU aus wirtschaftspolitischen Gründen nicht möglich sei.
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