Russland hat sich nie freiwillig vom US-Dollar abgewandt. Die Einschränkungen im Zahlungsverkehr gingen vielmehr von den Vereinigten Staaten selbst aus, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow am 13. Februar in einer Pressekonferenz darlegte. Als Herausgeber der Währung trügen die USA die Verantwortung dafür, dass zahlreichen Staaten der Zugang zum Dollar-System verwehrt worden sei. Diese Länder seien folglich gezwungen gewesen, auf alternative Zahlungswege auszuweichen. Ein bewusster Schritt Moskaus, den Dollar aufzugeben, habe dagegen nie stattgefunden.
Gleichzeitig machte der Kremlsprecher deutlich, dass der Dollar künftig im Wettbewerb mit nationalen und anderen Währungen bestehen müsse – insbesondere für den Fall, dass Washington die bestehenden Restriktionen wieder aufhebe.
“Wenn der Dollar attraktiv ist, werden die Transaktionen natürlich zurückkehren – auch parallel zu anderen Währungen.”
Vor diesem Hintergrund bezog sich Peskow auch auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dieser hatte von einem angeblichen “Plan von Kirill Dmitrijew” gesprochen, der unter anderem die Gründung gemeinsamer russisch-amerikanischer Unternehmen sowie eine mögliche Rückkehr zu Dollar-Zahlungen vorsah.
Peskow bestätigte das grundsätzliche Interesse Moskaus an einer Kooperation mit Washington, betonte jedoch, dass es dabei um konkrete Handlungen gehe. Unternehmen beider Länder – einschließlich US-Firmen, die auf den russischen Markt zurückkehren möchten – hätten bereits ihr Interesse bekundet. Zugleich kritisierte er Bloomberg dafür, die genannten Thesen mit überflüssigen, politisch gefärbten Kommentaren angereichert zu haben.
Zuvor hatte Bloomberg berichtet, der Kreml prüfe angeblich die Wiederaufnahme von Dollar-Zahlungen im Rahmen einer umfassenden Wirtschaftspartnerschaft mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Ein internes Memorandum analysiere demnach sieben Bereiche, in denen sich russische und US-amerikanische Interessen nach einem möglichen Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts überschneiden könnten. Das Dokument sei laut der Agentur bereits unter hochrangigen russischen Beamten verteilt worden.
Zu den genannten Bereichen zählten Bloomberg zufolge unter anderem langfristige Luftfahrtverträge, gemeinsame Projekte in der Öl- und LNG-Produktion, die Rückkehr amerikanischer Unternehmen nach Russland sowie Kooperationen in der Kernenergie. Auch die Förderung von Rohstoffen wie Lithium, Kupfer, Nickel und Platin sowie von fossilen Brennstoffen als wirtschaftliche Alternative zu klimapolitischen Strategien wurde erwähnt.
Der Bericht sprach in diesem Zusammenhang von einem “erschütternden Richtungswechsel” der Kremlpolitik und möglichen grundlegenden Veränderungen im globalen Finanzsystem. Peskow wies diese Einschätzung zurück und bezeichnete die Darstellung als “ziemlich offensichtlich überzogen”.
In eine ähnliche Richtung argumentierte Michail Deljagin, stellvertretender Vorsitzender des Duma-Ausschusses für Wirtschaftspolitik. Er bezeichnete Berichte westlicher Medien über einen angeblichen “Plan Putins” zur Zerschlagung der Dollar-Dominanz als hysterisch. Die Entwicklung alternativer Zahlungssysteme, einschließlich eines SWIFT-Äquivalents, sei vielmehr eine direkte Reaktion auf westliche Sanktionen.
“Nicht Russland, sondern Washington schwächt den Dollar als Weltwährung, indem es Sanktionen gegen Russland verhängt.”
Bereits Ende 2024 hatte Präsident Wladimir Putin darauf hingewiesen, dass frühere US-Regierungen erheblich zur Erosion des Dollars als Weltreservewährung beigetragen hätten. Der Dollar sei zunehmend als politisches, möglicherweise sogar als militärisches Instrument eingesetzt worden, um geopolitische Gegner wie Russland zu schwächen. Russland selbst verfolge hingegen keine gezielte Politik der Entdollarisierung, betonte Putin. Vielmehr sei das Land zum Handeln gezwungen worden.
“Uns wurde der Zugang zum Dollar verwehrt, und wir mussten andere Möglichkeiten finden.”
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