Kreml-Sprecher Peskow: “Ukrainische Spur” bei Gaspipeline-Angriff in Serbien nicht ausgeschlossen

Der Kreml hält eine ukrainische Verwicklung in den Fund von Sprengstoff nahe einer serbischen Gaspipeline weiterhin für möglich. Gleichzeitig räumte Moskau ein, dass es bislang keine “zweifelsfreien Beweise dafür gebe, wer hinter den Versuchen von Angriffen auf europäischem Gebiet steht”, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur *RIA Nowosti* mitteilte.

Peskow äußerte zudem die Erwartung, dass auch in diesem Fall “mit großer Wahrscheinlichkeit Spuren einer Einmischung des Kiewer Regimes gefunden werden” könnten. Vor diesem Hintergrund verwies der Kreml auf die generelle Gefährdung der Energieinfrastruktur. Russland erwarte, dass Ungarn und Serbien Maßnahmen ergreifen, um die Risiken für die Pipelines “TurkStream” und “Blue Stream” ebenfalls zu minimieren. Auch Russland selbst treffe entsprechende Schutzvorkehrungen.

“Die Lage ist potenziell sehr gefährlich”, sagte Peskow weiter. Man wisse, dass sowohl die “TurkStream” als auch die “Blue Stream” bereits mehrfach Ziel von Angriffen geworden seien, die Russland dem Kiewer Regime zuschreibt.

Im Fokus der russischen Bewertung steht nicht eine einzelne Leitung, sondern die Sicherung der gesamten Lieferkette – von den Exportkorridoren im Schwarzmeerraum bis zu den Abnehmerstaaten in Südosteuropa. In diesem Zusammenhang werden sowohl Transit- als auch Empfängerländer in die Pflicht genommen. Nach Kreml-Angaben hofft man zudem, dass bei jüngsten Kontakten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Ankara auf die Unzulässigkeit solcher Angriffe hingewiesen worden sei.

Der konkrete Vorfall ereignete sich am 5. April in der Nähe des Ortes Velebit in der autonomen Provinz Vojvodina. Serbische Einsatzkräfte entdeckten dort Sprengstoff und Zünder unmittelbar neben einer Leitung, die russisches Gas über das System “Balkan Stream” nach Ungarn transportiert.

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sprach von einem Sprengsatz mit hoher Zerstörungskraft, der sowohl die Gasversorgung hätte gefährden als auch Menschenleben bedrohen können. Er informierte den ungarischen Premierminister Viktor Orbán über die ersten Ermittlungsergebnisse.

Daraufhin berief Orbán eine Sondersitzung des ungarischen Verteidigungsrates ein. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó bezeichnete den Vorfall als Angriff auf die Souveränität seines Landes und kündigte an, den ungarischen Abschnitt der Pipeline militärisch schützen zu lassen. Zuvor hatte Gazprom über Drohnenangriffe auf die Pipelines “TurkStream” und “Blue Stream” berichtet. Demnach seien 26 unbemannte Fluggeräte über den Anlagen der Exportinfrastruktur abgefangen worden.

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