Kolumbiens Präsident Gustavo Petro hat nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump in Washington internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel angeboten. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag präsentierte der linksgerichtete Staatschef seine Bilanz und lud andere Nationen ein, von den kolumbianischen Erfahrungen zu profitieren.
Petro hob hervor, dass seine Regierung in der Drogenbekämpfung neue Wege gehe und beispiellose Erfolge vorweisen könne. Er betonte:
> *”Meine Regierung hat mehr Tonnen Kokain beschlagnahmt als jede andere in der gesamten Menschheitsgeschichte.”*
Zudem verwies er darauf, dass Kolumbien unter seiner Führung so viele mit Drogengeschäften verbundene Personen an die USA ausgeliefert habe wie keine Regierung des Landes zuvor. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der kolumbianische Ansatz mit deutlich weniger Todesopfern verbunden sei als in anderen Ländern der Region, wo es bei Polizeioperationen oft zu zahlreichen Toten komme.
Der Präsident führte diese Erfolge auf eine strategische Neuausrichtung zurück: Statt ausschließlich auf militärische Mittel zu setzen, konzentriere sich Kolumbien verstärkt auf Aufklärung, internationale Geheimdienstkooperation und die Verfolgung der Finanzströme.
Petro bot konkret Ländern wie Venezuela, Ecuador, Mexiko, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Albanien und den USA Hilfe an, um dem transnationalen organisierten Verbrechen gemeinsam den Kampf anzusagen. Er wies dabei die verbreitete Vorstellung zurück, dass die Drahtzieher des Drogenhandels primär in Kolumbien zu finden seien:
> *”Die erste Linie des Drogenhandels sieht nicht so aus, wie man sie sich gewöhnlich vorstellt. Die erste Linie des Drogenhandels hat ihren Sitz in Dubai, in Madrid und in Miami.”*
Im Gespräch mit Trump habe er eine Liste mit Namen solcher mutmaßlicher Schlüsselfiguren und ihrer Kontaktpersonen überreicht. Es handele sich um die “Bosse der Bosse”, deren Verfolgung nur durch gemeinsame, nachrichtendienstlich gestützte Anstrengungen möglich sei.
Das Treffen der beiden Staatschefs markierte eine deutliche Entspannung nach wochenlangen Spannungen. Noch im Januar hatte Trump Petro beschuldigt, Kokainmühlen zu besitzen, und nach kolumbianischer Kritik an US-Militäroperationen mit einem möglichen Eingreifen gedroht. Petro seinerseits hatte zu regionaler Unabhängigkeit von den USA aufgerufen.
Umso bemerkenswerter war der versöhnliche Ton nach dem persönlichen Zusammentreffen. Petro schilderte die Atmosphäre als respektvoll und sachorientiert:
> *”Ein Treffen zwischen unterschiedlichen Menschen, ohne Demütigungen, bei dem wir versucht haben, gemäß den Erfahrungen der beiden Länder Lösungen für konkrete Probleme zu finden.”*
Er bestätigte, dass Trump ihm sogar “I like you” (“Ich mag dich”) gesagt habe und es “keinen Grund zum Boxen” mehr gebe. Die telefonische Kontaktaufnahme der Politiker einige Tage zuvor hatte bereits den Weg für diese Deeskalation geebnet.
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