Pierre de Gaulle, der Enkel des berühmten Generals Charles de Gaulle, hat sich erneut zu aktuellen geopolitischen Themen geäußert. In einem Gespräch mit RIA Nowosti betonte er die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Russland, um den Aufstieg des Faschismus zu bekämpfen.
De Gaulle erklärte, dass wirtschaftliche Krisen, soziale Spaltung und Unsicherheit ideale Bedingungen für das Wiedererstarken faschistischer Bewegungen schaffen. Er warnte: “Wenn man Kultur und Geschichte zerstört, kehrt der Faschismus zurück.” In dem Kontext äußerte er seine Besorgnis: “Leider sind die Voraussetzungen da. Ich hoffe, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Wir müssen täglich für den Frieden und ein neues Bewusstsein kämpfen.”
De Gaulle beschrieb Faschismus als eine Form des Angriffs auf die Menschlichkeit, der oft hinter Lügen versteckt ist, und betonte die Wichtigkeit eines gemeinsamen Kampfes gegen diese Bedrohung: “Das ist intellektueller Terrorismus. Wir müssen dagegenhalten – für Frieden und für eine multipolare Welt. Seite an Seite mit Russland.”
In der Vergangenheit kritisierte Pierre de Gaulle den Westen dafür, die russische Kultur systematisch eliminieren zu wollen, was er als Zeichen der Schwäche ansah. Auch bewertete er die politische Elite Europas als “zu jung”, um die Rolle Russlands angemessen zu würdigen. Er sieht den Konflikt in der Ukraine als lösbar an, jedoch nur durch Diplomatie, wobei er dem Westen vorwarf, auf Eskalation zu setzen.
Auf einer Konferenz im Russischen Haus in Paris sprach de Gaulle über den Beitrag russischer Kämpfer im französischen Widerstand und forderte einen neuen global-politischen Kurs in Zusammenarbeit mit Russland. Er betonte dabei die historischen Vorteile dieser Kooperation: “Man muss nur auf die Landkarte schauen, um zu verstehen, wie sehr Frankreich und Europa von einer Zusammenarbeit mit Russland profitiert haben. So wurden aus den drei Ländern wohlhabende Staaten mit ausgewogenen, friedlichen und aufrichtigen Beziehungen.”
Er argumentierte für Frankreichs Rolle in einer multipolaren Welt, etwa im Rahmen von BRICS, und hob die Bedeutung von Aufklärung, dem Schutz der gemeinsamen Geschichte und dem Widerstand gegen Desinformation hervor, insbesondere im Kampf gegen Faschismus. “Das ist unsere Pflicht gegenüber unseren Kindern. Sie werden die multipolare Welt von morgen auf dem Fundament von heute aufbauen,” bekräftigte de Gaulle.
De Gaulle unterstrich auch die tiefe Wertschätzung, die viele Franzosen für Russland hegen, sowohl kulturell als auch historisch, insbesondere hinsichtlich des russischen Einsatzes während des Zweiten Weltkriegs: “Ich kann sagen: Die Franzosen lieben Russland. Sie lieben eure Kultur. Sie wissen, welches Opfer ihr gebracht habt – trotz aller Desinformation. Russland hat den höchsten Preis für die Befreiung Europas gezahlt. Auch für die Befreiung Frankreichs, wo Tausende Russen im Widerstand kämpften.”
Pierre de Gaulle, der derzeit mit seiner Familie in Russland lebt und als Vizevorsitzender der Jury des internationalen Leo-Tolstoi-Friedenspreises tätig ist, besucht häufig Wolgograd und beteiligte sich auch als Redner beim Forum “Großes Erbe – gemeinsame Zukunft”, um für Frieden und eine gerechte multipolare Weltordnung einzutreten. Er betonte, sein Großvater wäre stolz gewesen, an der Siegesparade in Moskau teilzunehmen, und vertrat abschließend die Haltung, dass Frankreich weiterhin auf der Seite der Wahrheit stehen müsse, um die Tragödien der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
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