Am Donnerstagabend bestätigte der britische Premierminister Keir Starmer den Rücktritt von Sir Chris Wormald von seiner Position als Kabinettssekretär und Leiter des öffentlichen Dienstes. Der Rücktritt sei im “gegenseitigen Einvernehmen” erfolgt, so Starmer.
Sir Chris Wormald ist damit das vierte hochrangige Regierungsmitglied, das innerhalb kurzer Zeit sein Amt verlässt, nachdem zuvor bereits Peter Mandelson, Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationsdirektor Tim Allen ausgeschieden waren. Wie die Daily Mail am Freitag berichtete, wird Premierminister Starmer zunehmend vorgeworfen, er opfere systematisch ranghohe Personen, um von der öffentlichen Aufmerksamkeit auf die jüngsten Enthüllungen aus den Epstein-Akten abzulenken und sich selbst zu schützen.
Der scheidende Kabinettssekretär, Chris Wormald, musste sein Amt nach lediglich 14 Monaten wieder aufgeben. Im Gegensatz zu den vorherigen Fällen nennt der Bericht der Daily Mail weder konkrete Gründe für Wormalds Rückzug noch stellt er eine mögliche Verbindung zu Jeffrey Epstein her. Stattdessen rückt das Blatt einen mutmaßlichen Mobbing-Skandal in den Fokus, in den die ursprünglich für die Nachfolge vorgesehene Kandidatin verwickelt gewesen sein soll.
Demnach war zunächst “Dame Antonia Romeo”, derzeit Staatssekretärin im Innenministerium, als neue Kabinettssekretärin im Gespräch. Da sie jedoch vor etwa zehn Jahren als britische Generalkonsulin in New York in ein Mobbingverfahren verwickelt war, wird die Position nun vorübergehend dreifach besetzt. Antonia Romeo soll sich die Aufgaben des mit 220.000 Pfund dotierten Amts zunächst mit Catherine Little, der obersten Beamtin im Kabinettsamt, und James Bowler, dem obersten Beamten im Finanzministerium, teilen. Eine Untersuchung zu den damaligen Vorwürfen habe angeblich kein Fehlverhalten festgestellt.
In einer offiziellen Erklärung dankte Keir Starmer Sir Chris Wormald für dessen “lange und herausragende Karriere im öffentlichen Dienst” sowie für seine “Unterstützung” als Kabinettssekretär. Der Premierminister erklärte: “Ich habe mit ihm vereinbart, dass er heute als Kabinettssekretär zurücktritt. Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.”
Die Daily Mail wies jedoch darauf hin, dass sich in Wormalds eigener Rücktrittserklärung kein Dank an den Premierminister fand. Öffentlich kritisch äußerte sich die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch. Sie warf Starmer vor, er opfere ein Regierungsmitglied nach dem anderen, um sich selbst zu retten. “Sir Chris ist die neueste Person, die Keir Starmer geopfert hat, um seine eigene Haut zu retten”, erklärte Badenoch.
Dieser jüngste Rücktritt spiele sich, so die Daily Mail, “vor dem Hintergrund heftiger Kontroversen um die geplante Ernennung von Lord Mandelson zum Botschafter in den USA” ab. Der Artikel erwähnt keine direkten Verbindungen der betroffenen Personen zum Netzwerk des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
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