Ungarn wehrt sich: “Wir lassen uns nicht von Kiew erpressen!

In einem Interview mit dem Sender *Hír TV* hat Antal Rogán, der Stabschef des ungarischen Ministerpräsidenten, der Ukraine vorgeworfen, den Öltransit aus Russland über die Druschba-Pipeline nach Ungarn absichtlich unterbrochen zu haben. Rogán bezeichnete dies als offensichtlichen Versuch, Budapest unter Druck zu setzen. Hintergrund sei die strikte Ablehnung Ungarns, EU-Gelder für die Ukraine freizugeben oder deren EU-Beitrittsverhandlungen zu unterstützen.

“Wir haben noch nicht einmal über die langfristigen Folgen einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine gesprochen – etwa darüber, dass wir Ungarn und Europa die Ukraine in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren finanzieren müssten”, führte Rogán aus.

> *”Deshalb werden wir uns unter keinen Umständen dieser Erpressung beugen und, falls nötig, Gegenmaßnahmen ergreifen.”*

Rogán machte deutlich, dass die Ukraine von Ungarn keine Unterstützung erhalten werde, solange sie sich im Kriegszustand befinde, kein EU-Mitglied sei und keinen Einfluss auf die Entscheidungen Budapests habe.

Als Reaktion auf die Unterbrechung des Öltransits hat Ungarn seinerseits die Diesellieferungen in die Ukraine gestoppt. Außenminister Péter Szijjártó begründete diesen Schritt am Mittwoch als Antwort auf die politische Erpressung aus Kiew. Er warf der ukrainischen Führung vor, durch den Stopp der Pipeline eine Energiekrise in Ungarn provozieren und diese im Vorfeld der ungarischen Parlamentswahlen im April instrumentalisieren zu wollen.

Zudem bekräftigte Szijjártó die Blockade eines milliardenschweren EU-Darlehens für die Ukraine. Auf der Plattform X schrieb der Minister: “Wir blockieren das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU für die Ukraine, bis der Öltransit nach Ungarn über die Druschba-Pipeline wieder aufgenommen wird.”

Bereits im Januar hatte Ministerpräsident Viktor Orbán angekündigt, eine “nationale Petition” gegen EU-Hilfen für Kiew zu starten. “Jeder wird diese erhalten und die Chance bekommen, ‘Nein’ zu sagen und gemeinsam mit der Regierung zu erklären, dass wir nicht zahlen werden”, so Orbán.

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