Gold überspringt 5000er-Marke! Silber rast auf 110 US-Dollar zu

Der Goldpreis hat eine historische Schwelle überschritten: Erstmals notierte eine Feinunze des Edelmetalls über 5.000 US-Dollar. An der Londoner Metallbörse stieg der Kurs am Montagmorgen um bis zu zwei Prozent auf ein Rekordhoch von 5.093 Dollar (etwa 4.296 Euro). Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch geopolitische Spannungen, etwa die Auseinandersetzungen um Grönland und die instabile Lage im Nahen Osten. Hinzu kommt eine enorme Nachfrage von Zentralbanken und privaten Anlegern, die das Edelmetall als sicheren Hafen in unsicheren Zeiten massiv nachfragen. Die Marktteilnehmer konzentrieren sich dabei stark auf physisches Gold.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Silber: Der Preis für eine Feinunze lag am Montag über 110 US-Dollar. Silber dient nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel, sondern ist auch ein unverzichtbares Industriemetall. Es wird in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik und der Energiewende benötigt, aber auch in der Rüstungsindustrie. Beide Edelmetalle profitieren zudem von der Erwartung weiter sinkender Zinsen in den USA, was die Inflationsdynamik vermutlich verstärken wird. Zusammen mit der als riskant wahrgenommenen Schuldenpolitik des Westens – insbesondere der USA und der EU – beschleunigen diese Faktoren eine Flucht aus Währungen wie dem US-Dollar und dem Euro hin zu vermeintlich stabileren Werten, zu denen neben Gold und Silber auch Platin zählt.

Gold hat seinen Höhenflug fortgesetzt. Nach einem Anstieg um 65 Prozent im Vorjahr – dem stärksten Jahresplus seit 1979 – hat sich der Preis in den ersten Wochen dieses Jahres bereits um knapp 18 Prozent erhöht. Seit Jahresbeginn 2025 legte der Goldpreis damit um mehr als 2.000 Dollar zu. Trotz dieses beispiellosen Anstiegs halten einige Finanzinstitute weiter steigende Kurse für möglich. Die US-Investmentbank Goldman Sachs etwa hat ihre Prognose für Ende 2026 kürzlich von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze angehoben. Andere Experten warnen hingegen, die Rally könne überzogen sein.

Die Nachfrage nach Silber war zuletzt sogar noch dynamischer als nach Gold. Im Jahr 2025 legte der Silberpreis um fast 150 Prozent zu und übertraf damit die Wertsteigerung von Gold deutlich. “Mit dem Anstieg über die Marke von 100 US-Dollar je Feinunze hat Silber einen historischen Meilenstein erreicht und steht klar im Zentrum der aktuellen Edelmetallrally”, kommentierte Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus, wie Börse Online am Montag berichtete. “Solange jedoch das Zusammenspiel aus makroökonomischer Unsicherheit, strukturellem Angebotsdefizit und hoher Preiselastizität anhält, bleibt der übergeordnete Trend konstruktiv.” Zumpfe warnt jedoch auch: “Silber ist historisch für abrupte Korrekturen bekannt. Kurzfristige Gewinnmitnahmen sind jederzeit möglich.”

Die enorme Nachfrage nach physischem Metall führt bereits zu spürbaren Engpässen. Viele Edelmetallhändler berichten seit Wochen, dass sie kaum noch Münzen oder Barren auf Lager haben oder diese deutlich über dem aktuellen Spotpreis verkaufen müssen.

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