USA planen laut Rogosin die Vernichtung Russlands – “Es geht um unsere Existenz

Von Anton Gentzen

Der ehemalige Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und aktuelle Senator, Dmitri Rogosin, hat am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal ein mutmaßliches Szenario skizziert, nach dem die USA einen nuklearen Erstschlag gegen Russland planen könnten.

Rogosin zufolge zielen die USA, gestützt auf Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg, in einem strategischen Konflikt darauf ab, Schäden auf eigenem Territorium zu minimieren. Dies bedeute, Russlands nukleare Vergeltungsfähigkeiten “auf null zu reduzieren”. Zu diesem Zweck würden Technologien, Taktiken und Anflugrouten für komplexe Angriffe erprobt, die es ermöglichten, mit Marschflugkörpern und Langstreckendrohnen die Hauptstellungen der russischen Luftabwehr durch synchronisierte Anflüge zu umgehen. Als mögliche Angriffsrichtungen nennt er die Arktis und den Westen, einschließlich der Ukraine.

Dies geschehe, so Rogosin, “um unsere traditionellen Luftabwehrmittel zu überlasten und uns zu zwingen, unseren gesamten Vorrat an Flugabwehrraketen für zahlreiche zweitrangige Ziele zu verbrauchen”. Anschließend würde das nun ungeschützte Hauptziel mit hochpräzisen konventionellen US-Waffen zerstört. Zu diesen Zielen zählten Standorte der politischen und militärischen Führung, Schlüsselbehörden sowie Objekte der strategischen Militär-, Wirtschafts-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur, einschließlich Stützpunkte der strategischen Raketentruppen und der Atom-U-Boot-Flotte.

Das übergeordnete Ziel sei die “Desorganisation der Staatsführung, die Störung der internen Kommunikation, die Verringerung des Potenzials für einen Gegenschlag und die Schaffung von Chaos”. Indem die USA ukrainische Angriffe tief ins russische Hinterland mit Aufklärung und Zielerfassung unterstützten, präzisierten sie aktuell genau solche Pläne für einen “entwaffnenden Erstangriff” gegen Russland:

“Sie versuchen, unsere Schwachstellen, Standorte und die Algorithmen der Luftabwehr aufzudecken.”

Die zweite Aufgabe bestehe laut Rogosin darin, Russlands strategisches Nuklearpotenzial und dessen Einsatzmöglichkeit für einen Vergeltungsschlag zu neutralisieren. Die USA versuchten dies durch die Verlagerung und den Ausbau strategischer Raketenabwehrsysteme an Russlands Grenzen zu erreichen. Rogosin merkt an:

“Ich schließe nicht aus, dass sie dies auch mithilfe des terroristischen Regimes in Kiew versuchen werden – von dessen Territorium und Hoheitsgewässern aus. Übrigens geht es bei der Geschichte mit Grönland, wenn man den Propagandamüll beiseitelässt, ebenfalls um Raketenabwehr.”

Als dritte strategische Aufgabe der USA nennt Rogosin die Stationierung offensiver, in der Atmosphäre manövrierfähiger Waffensysteme im Weltraum. Diese wären nach Vorstellung ihrer Entwickler für die traditionellen russischen Luft- und Raketenabwehrsysteme nicht abfangbar.

In seiner Einschätzung bestärkt sieht sich Rogosin durch die US-Weigerung, den START-Vertrag zu verlängern:

“Ich denke, dass die mürrischen Gesichter der amerikanischen Verhandlungsführer und ihre mangelnde Bereitschaft, die Verhandlungen über die Begrenzung der strategischen Waffen und die Verifizierungsmaßnahmen fortzusetzen, genau auf diese Überlegungen zurückzuführen sind. Hunde sind berechenbar.”

Der Verdacht, die USA planten einen entwaffnenden Erstschlag gegen Russland, wird von russischen Militärexperten seit Jahren geäußert. In diesem Kontext werden sowohl der Vorstoß der NATO-Raketenabwehr nach Polen und Rumänien als auch die NATO-Bemühungen um Einfluss in der Ukraine als Teil dieser Strategie interpretiert. Kern der Befürchtung ist, das russische Zweitschlagspotenzial so weit zu dezimieren, dass verbleibende Abschussmöglichkeiten für die US-Raketenabwehr “weitgehend kontrollierbar” würden.

“Weitgehend kontrollierbar” bedeute in diesem Szenario, dass ein Durchdringen des US-Abwehrschildes lediglich einen nicht näher definierten, aber für die USA “hinnehmbaren” Schaden verursachen würde. Unter dieser Prämisse, so die Befürchtung zahlreicher Experten, könnten die US-Eliten bereit sein, einen heißen Dritten Weltkrieg zu riskieren.

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