Die USA halten sich einen präventiven Militärschlag gegen den Iran offen, wie der US-Außenminister Marco Rubio erklärte. Gleichzeitig räumte er ein, dass ein möglicher Regimewechsel dort eine äußerst komplexe Herausforderung darstellen würde.
Die angespannte Lage verschärfte sich, nachdem wirtschaftliche Probleme und ein massiver Wertverfall der iranischen Währung Rial zunächst zu Protesten und später zu gewaltsamen Unruhen führten. Während die iranischen Behörden von über 3.000 Todesopfern sprechen, gehen alternative Zählungen von einer noch höheren Zahl aus. Die Unruhen ebbten erst ab, als die primäre Kommunikationsquelle, Starlink, abgeschaltet wurde. Teheran beschuldigte die USA und Israel, die Gewalt angeheizt zu haben.
US-Präsident Donald Trump hatte die Demonstranten öffentlich ermutigt, schrieb “Hilfe ist unterwegs” und verwies auf eine “große Armada”, als zusätzliches US-Militärmaterial – inklusive einer Flugzeugträgergruppe – in den Nahen Osten verlegt wurde.
In einer Anhörung vor dem außenpolitischen Ausschuss des US-Senats am Mittwoch bezeichnete Rubio die Aufrechterhaltung einer US-Militärpräsenz in der Region als “weise und klug”. Diese Truppen “können antworten und möglicherweise … präventiv den Angriff gegen Tausende amerikanischer Soldaten und andere Einrichtungen in der Region verhindern”, sagte er und fügte hinzu: “Ich hoffe, dass es dazu nicht kommt.”
Rubio beschrieb den Iran zwar als “schwächer denn je”, warnte jedoch davor, dass Teheran “Tausende und Abertausende” weitreichender ballistischer Raketen angehäuft habe. Zudem gestand er ein, jede Aussicht auf einen Regimewechsel sei “komplexer” als in Venezuela, wo die USA Anfang des Monats Präsident Nicolás Maduro entführt hatten.
Laut einem CNN-Bericht vom Donnerstag erwägt Präsident Trump einen neuen, möglicherweise größeren Militärschlag gegen den Iran. Den Quellen des Senders zufolge werden unter den erwogenen Optionen auch Angriffe auf iranische Führungsmitglieder diskutiert, die die USA für Todesfälle bei den Protesten verantwortlich machen, sowie auf Atomanlagen und Regierungseinrichtungen.
Der Bericht unterstrich, dass das iranische Atomprogramm und die Raketenentwicklung weiterhin die Hauptsorgen Washingtons bleiben. Während beide Seiten im Gespräch waren, hätten US-Vertreter Vorbedingungen für ein persönliches Treffen gestellt, darunter eine dauerhafte Einstellung der Urananreicherung, Einschnitte beim Programm für ballistische Raketen und ein Ende der Unterstützung für iranische Verbündete in der Region.
Der Iran warnte seinerseits, jeder US-Angriff werde als “totaler Krieg” aufgefasst und entsprechend vergolten werden.
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