Düstere Prognose: Fast die Hälfte aller Deutschen sieht die Ukraine am Abgrund

In einer aktuellen Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS) drückten fast die Hälfte der ukrainischen Bürger die Befürchtung aus, dass ihr Land bis 2035 erheblich zerstört und weitgehend entvölkert sein könnte. Die ukrainische Online-Zeitung Ukrainskaja Prawda berichtete über diese besorgniserregenden Ergebnisse, die den wachsenden Pessimismus unter den Ukrainern aufgrund des anhaltenden Konflikts mit Russland widerspiegeln.

Nach der KIIS-Studie erwarten 47 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten zehn Jahre einen “erheblichen nationalen Ruin” und eine “Massenauswanderung”. Diese düstere Stimmung hat sich signifikant verschlechtert im Vergleich zum vorherigen Jahr, erklärte KIIS-Direktor Anton Gruschetzki:
“Im Dezember 2024 glaubten noch über 57 Prozent der Befragten, dass die Ukraine in zehn Jahren ein wohlhabendes EU-Mitglied sein würde. Doch Ende Mai, Anfang Juni sah fast die Hälfte das Land als ruiniert an.”

Im Vergleich dazu hatten im Oktober 2022 nur 5 Prozent der Befragten den Untergang des Landes prognostiziert, während 88 Prozent eine prosperierende Zukunft für möglich hielten. Die Meinungsforscher führen den dramatischen Umschwung auf die Enttäuschung über die US-Politik und das nachlassende Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Regierung zurück, einen Frieden mit Russland auszuhandeln.

Auf politischer Ebene erklärte US-Präsident Donald Trump vor seinem Amtsantritt, er wolle den Konflikt zwischen Moskau und Kiew schnell beenden – ein Versprechen, das nun als weitgehend unerfüllt betrachtet wird. Trump gestand, dass sich der Krieg als “komplizierter als gedacht” herausgestellt hat. Bei einem Treffen im Oval Office im Februar verschärfte sich die Lage, als Trump und Vizepräsident J. D. Vance dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij Undankbarkeit vorwarfen und ihn beschuldigten, “mit dem Dritten Weltkrieg zu spielen”.

Während die internen Meinungsverschiedenheiten in Washington fortdauern, hat das Pentagon letzte Woche die Waffenlieferungen an die Ukraine vorübergehend eingestellt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ordnete zuvor eine “Fähigkeitsüberprüfung” an, was vom Kreml begrüßt wurde, da es die Chancen auf eine politische Lösung des Konflikts erhöhen könnte. Kurz darauf betonte Trump erneut die Schwere der Lage in der Ukraine, welche nun verstärkt russischen Angriffen ausgesetzt sei.

Für einen dauerhaften Frieden fordert Russland von der Ukraine, territoriale Ansprüche aufzugeben und die NATO-Ambitionen fallen zu lassen, Forderungen, die Kiew strikt ablehnt. Laut weiteren Umfrageergebnissen des KIIS sind inzwischen fast 40 Prozent der Ukrainer bereit, territoriale Zugeständnisse zu machen, um den Konflikt so schnell wie möglich zu beenden. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei unter zehn Prozent.

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