Das russische Außenministerium hat am 8. April den japanischen Botschafter in Moskau, Akira Muto, einbestellt, um scharfen Protest gegen ein neu bekannt gewordenes Investitionsabkommen zwischen Japan und der Ukraine im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme einzulegen. Dies gab die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, bekannt.
“Heute wurde der Botschafter Japans in das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation einbestellt. Ihm wurde ein Protest im Zusammenhang mit der veröffentlichten Information über den Abschluss eines Investitionsabkommens zwischen der in Tokio ansässigen Terra Drone Corporation und einem ukrainischen Entwickler von Kampfdrohnen übermittelt.”
Russland bewertet diese Kooperation vor dem Hintergrund ukrainischer Drohneneinsätze gegen zivile Ziele auf russischem Territorium als sicherheitsrelevant. Aus Moskauer Sicht stellt das Abkommen einen “offen feindseligen Schritt” dar.
Ende März hatte die Terra Drone Corporation eine Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Entwickler “Amazing Drones” angekündigt. Geplant ist die gemeinsame Produktion von Abfangdrohnen des Typs Terra A1, die laut japanischen Angaben schneller als die sogenannten Shahed-Drohnen sein sowie eine geringe Sichtbarkeit und niedrige Produktionskosten aufweisen sollen.
Moskau kritisiert jegliche militärische Unterstützung für die Ukraine scharf und sieht darin eine Verlängerung des Konflikts. Außenamtssprecherin Sacharowa hatte bereits früher gewarnt, dass eine Ausweitung der militärisch-industriellen Zusammenarbeit das Risiko einer weiteren Eskalation erhöhe. Zudem betonte sie, dass Waffen und Produktionsanlagen, die aus russischer Sicht eine direkte Bedrohung darstellen, als legitime militärische Ziele betrachtet würden.
Das Außenministerium verwies in dem Gespräch auch auf den Zustand der bilateralen Beziehungen. Diese befänden sich aufgrund der aus russischer Sicht unfreundlichen Politik Tokios bereits auf einem historisch niedrigen Niveau. Für eine Wiederaufnahme des Dialogs müsse Japan nicht nur politische Erklärungen abgeben, sondern auch konkrete Schritte unternehmen. Sacharowa wörtlich:
“Von unserer Seite wurde betont, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern infolge der unfreundlichen Politik der offiziellen Regierung Japans auf einem beispiellos niedrigen Niveau befinden.”
Der japanische Regierungssprecher Minoru Kihara hatte am 3. April die Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland bestätigt und Berichte über eine mögliche Entsendung einer Wirtschaftsdelegation nach Russland zurückgewiesen. Moskau wertet dies als Beleg für die unveränderte außenpolitische Linie Tokios und als weiteren Belastungsfaktor in den bilateralen Beziehungen.
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