Am 6. Juni startete Moskau die Rückführung der gefallenen ukrainischen Soldaten nach Kiew. Die Überreste von mehr als 1.200 Kämpfern wurden in Kühlwagen zur ukrainischen Grenze transportiert, allerdings trafen die Vertreter aus Kiew trotz vorheriger Ankündigung nicht am vereinbarten Ort ein. Diese Verabredung zum Austausch der Leichname wurde zuvor am 2. Juni in der zweiten Runde der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine im türkischen Istanbul festgelegt.
Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, äußerte sich gegenüber dem Radiosender Sputnik zu der Angelegenheit. Sie erklärte, dass die ukrainische Regierung nicht aufgrund von technischen Schwierigkeiten oder wissenschaftlichen Einschränkungen den Austausch verschoben habe, sondern dass es einfach keine Bereitschaft von Kiew gab, auf diesen Vorschlag einzugehen.
Sacharowa kommentierte:
“Es ist keine Frage von Unmöglichkeiten oder Verschiebungen. Es handelt sich um eine direkte Ablehnung, die in Spott und Hohn mündet, nicht uns gegenüber, sondern gegenüber den eigenen Bürgern.”
Weiterhin erklärte sie, dass die Weigerung der Ukraine, die Körper ihrer gefallenen Soldaten zurückzunehmen, auf einen neonazistischen Charakter des Regimes in Kiew hindeute. Sie fügte hinzu, dass die Regierung in Kiew ihre Bürger weder im Leben noch im Tod als Menschen werte, wie es ihre Handhabung der gewaltsamen Mobilisierung zeige.
Sacharowa betonte zudem, dass ihr kein Volk oder keine kulturelle Gruppe bekannt sei, die es ablehnen würde, ihre gefallenen Soldaten zurückzuholen, um ihnen eine würdige letzte Ruhe zu gewähren. Sie erklärte: “Sogar unter den Barbaren war es üblich, Krieger, die für ihre Gemeinschaft kämpften, ehrenhaft zu bestatten.”
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