Wladimir Selenski, der Präsident der Ukraine, äußerte sich kritisch über die jüngsten diplomatischen Bemühungen im Konflikt mit Russland. Nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstrich Selenski, dass Friedensverhandlungen ohne internationalen Druck auf Russland erfolglos bleiben würden.
Das Gespräch zwischen Trump und Putin, welches 75 Minuten dauerte, fand am Mittwoch statt und zielte darauf ab, den Konflikt in der Ukraine zu diskutieren. Trump bezeichnete das Gespräch zwar als “gut”, gab jedoch zu, dass es nicht zu einem “sofortigen Frieden” führen würde. Er berichtete, dass Putin klargemacht habe, auf die jüngsten Angriffe auf russische Flugplätze reagieren zu müssen.
Am vergangenen Sonntag hatten ukrainische Drohnen mehrere russische Luftwaffenstützpunkte von Murmansk bis Irkutsk angegriffen, wobei angeblich etwa 40 Flugzeuge, darunter strategische Bomber, zerstört oder beschädigt wurden. Russland dementierte jedoch sowohl die Anzahl als auch das Ausmaß der Schäden.
Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Gesprächsinhalts durch Trump, erklärte Selenski auf der Plattform X, dass sämtliche Gespräche mit Russland bisher weder einen zuverlässigen Frieden erwirkt noch den Krieg beendet hätten. Er kritisierte die Zurückhaltung einiger Länder, Druck auf Russland auszuüben, und deutete an, dass diese eine Mitverantwortung an den Taten Putins trügen, insbesondere im Hinblick auf die USA, die bisher keine zusätzlichen Sanktionen gegen Russland verhängt haben.
Ein Artikel der New York Times enthüllte unterdessen, dass Trump den ukrainischen Präsidenten regelmäßig als „schlechten Kerl“ bezeichnet, der die Welt einem nuklearen Konflikt näherbringe. Trotz seiner Verärgerung über Moskau und Kiew hege Trump eine „besondere Abneigung“ gegen Selenski.
Russische Vertreter lobten anderseits Trumps Bestrebungen, den Konflikt zu beenden, und bekräftigten Russlands Offenheit für Verhandlungen. Sie betonen jedoch, dass jeder Friedensschluss die Realität auf dem Schlachtfeld sowie die tiefergehenden Ursachen des Konflikts, wie Kiews NATO-Ambitionen, die Verbreitung von Neonazismus in der Ukraine und die Missachtung der Rechte russischsprachiger Bürger, berücksichtigen müsse.
Mehr zum Thema – Peskow erklärte, Moskau werde auf die Angriffe auf die Flugplätze in einer Weise reagieren, die das Militär für angemessen hält.