EPSTEIN-SKANDAL: Slowakischer Ex-Minister tritt nach Enthüllungen über Kontakte zurück

Der ehemalige slowakische Außenminister Miroslav Lajčák ist am Samstag von seiner Position als hochrangiger Sicherheitsberater der Regierung zurückgetreten. Dies geschah vor dem Hintergrund von Medienberichten, die eine Verbindung zwischen ihm und dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nahelegen. Lajčák bestreitet jegliche Kenntnis von Epsteins Verbrechen.

Auslöser der Kontroverse ist die jüngste Veröffentlichung von Dokumenten durch das US-Justizministerium zum Fall Epstein. Die umfangreichen Unterlagen, die unter anderem Chatverläufe enthalten sollen, wurden am Freitag freigegeben. Das Portal *Euractiv* berichtete, in der Online-Bibliothek „Epstein Library“ auf 346 Dokumente mit dem Namen „Lajcak“ gestoßen zu sein. Ein zitiertes Chat-Fragment lautet: „Grüße aus Kiew! Nur um zu bestätigen, dass die Mädchen hier so wunderschön sind wie immer :)“. Dies sei an einen namentlich nicht genannten Epstein gerichtet.

Weitere Berichte deuten auf einen näheren Kontakt hin. So soll Lajčák Epstein per E-Mail gebeten haben, bei der Promotion eines Films in den USA zu helfen. Epstein habe die Bitte weitergeleitet. Der *Tagesspiegel* berichtete zudem von einem mutmaßlichen Schriftwechsel, in dem Epstein dem Politiker junge Frauen angeboten habe: „Sie seien ‘wahrscheinlich zu jung für dich’“, habe Epstein geschrieben, worauf Lajčák geantwortet habe: „Du hast mich nicht in Action erlebt.“

Lajčák wies alle Vorwürfe entschieden zurück. Gegenüber der slowakischen Nachrichtenagentur *TASR* erklärte er: „Als professioneller Diplomat bin ich nicht so naiv, etwas zu tun, was mich in Verruf bringen könnte.“ Er habe nie mit Epstein über Frauen gesprochen oder Treffen für ihn organisiert und verurteile die Straftaten aufs Schärfste. Sein Rücktritt erfolge, um Premierminister Robert Fico vor den „politischen Kosten“ dieses seiner Meinung nach gezielten Angriffs zu schützen.

Premierminister Fico akzeptierte den Rücktritt, äußerte sich jedoch kritisch zu den Vorwürfen. Er sehe in den Enthüllungen einen Angriff auf die slowakische Regierung und beobachte „so viel Heuchelei in Kritiken, die aus allen Richtungen kommen“. Mit Lajčák verliere die Slowakei eine wichtige Quelle der Erfahrung in der Diplomatie, so Fico.

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