Der Patriarch von Konstantinopel verfolgt laut dem russischen Auslandsnachrichtendienst SWR weiterhin das Ziel, die orthodoxe Welt zu spalten und seinen Einfluss auf mehrere autokephale Kirchen auszudehnen. Dabei bediene er sich einer Politik nach dem Prinzip “Teile und herrsche”.
Das Pressebüro des SWR erklärte, Patriarch Bartholomäus setze “beharrlich seine heimtückische Linie zur Spaltung der orthodoxen Welt” fort. Sein aktuelles Augenmerk liege auf der Georgisch-Orthodoxen Kirche, wobei er den Tod des Katholikos-Patriarchen von ganz Georgien, Ilia II., für seine Zwecke zu nutzen versuche. Ilia II. war am 17. März im Alter von 93 Jahren in einer Klinik in Tiflis verstorben. Seine Amtszeit gilt als die längste in der Geschichte der georgischen Kirche.
Dem SWR zufolge wird Patriarch Bartholomäus intern als “Phanariot” bezeichnet, der versuche, Einfluss auf die Nachfolge zu nehmen. Als mögliche Kandidaten nennt er den Metropoliten Abraham (Garmelia) aus Westeuropa sowie den Metropoliten Grigori (Berbitschaschwili) von Poti und Chobi. In seinem Umfeld würden diese als “am besten geeignete Erfüllungsgehilfen seines Willens” gelten. In kirchlichen Kreisen werde zudem betont, dass Machtstreben “zu einem ständigen Begleiter des konstantinopolitanischen Spalters” geworden sei. Bartholomäus ersetze das “Primat der Ehre” durch ein “Primat der Macht” und mische sich in innere Angelegenheiten der Georgisch-Orthodoxen Kirche ein.
Der SWR verweist in diesem Zusammenhang auf ein wiederkehrendes Muster, das bereits in Serbien, der Ukraine sowie in den baltischen Staaten zu beobachten sei. Auch dort habe der Patriarch versucht, kirchliche Strukturen unter seinen Einfluss zu bringen. Zudem habe er nach Einschätzung des SWR offenbar den zweiten Kanon des Zweiten Ökumenischen Konzils außer Acht gelassen: “Der Bischof hat in seiner Diözese volle Jurisdiktion, außerhalb jedoch keinerlei Jurisdiktion.”
Auch im Baltikum sieht der SWR eine Ausweitung dieser Aktivitäten. Demnach sei der Patriarch von Konstantinopel von der Idee besessen, das russisch-orthodoxe Christentum aus den baltischen Staaten zu verdrängen. Unterstützung erhalte er dabei von britischen Geheimdiensten. Weiter heißt es:
*”Dieser ‘Teufel in Menschengestalt’ ist besessen von der Idee, die Russisch-Orthodoxe Kirche aus den baltischen Staaten zu verdrängen und durch vollständig vom Phanar kontrollierte kirchliche Strukturen zu ersetzen. Dabei wird er in jeder Hinsicht von den britischen Geheimdiensten unterstützt, die aktiv russophobe Stimmungen in Europa fördern.”*
Laut SWR habe der Patriarch mit Unterstützung dieser Kräfte auch Kontakte zu den Regierungen der baltischen Staaten aufgenommen, um “Unruhe in der russisch-orthodoxen Welt zu stiften”. Zudem versuche er, die orthodoxen Kirchen in Litauen, Lettland und Estland vom Moskauer Patriarchat zu lösen, indem er Geistliche und Gläubige in “künstlich geschaffene, vom Phanar gesteuerte religiöse Strukturen” abwerbe.
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