Laut einem Bericht von Politico erwägt die US-Administration derzeit drastische Maßnahmen gegen Kuba. Demnach wird im Weißen Haus eine vollständige Blockade aller Ölimporte in das karibische Land diskutiert, mit dem erklärten Ziel, einen Regimewechsel zu erzwingen. Als treibende Kraft hinter diesem Vorstoß wird Außenminister Marco Rubio genannt.
Diese Überlegungen folgen auf eine jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba zu unterbinden. Diese Lieferungen deckten bisher etwa 60 Prozent des kubanischen Ölbedarfs.
Havanna sieht sich nun gezwungen, den Ausfall durch teurere Importe aus anderen Ländern wie Mexiko zu kompensieren, um eine wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden. Die kubanische Regierung war in der Vergangenheit teilweise darauf angewiesen, einen Teil des subventionierten venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu verkaufen, um an dringend benötigte Devisen für Lebensmittel- und Maschinenimporte zu gelangen – eine Notlösung unter dem Druck der US-Sanktionen.
Die Eskalation fällt in eine Zeit, in der Washington den Druck auf Venezuela massiv erhöht hat. Nachdem die USA am 3. Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt haben, verwaltet die US-Regierung nun persönlich die Erlöse aus dem Verkauf von konfisziertem venezolanischem Öl. Politico warnt, eine totale Ölblockade gegen Kuba könnte eine humanitäre Krise auslösen und so letztlich den gewünschten Sturz der Regierung bewirken.
Außenminister Rubio, dessen eigene Familie Kuba vor der Revolution verließ, befürwortet seit langem einen Regimewechsel in Havanna. Auf einen scherzhaften Social-Media-Post, der ihn als künftigen Präsidenten Kubas vorschlug, reagierte er mit den Worten: “Klingt gut für mich.”
Diese Haltung findet Unterstützung bei anderen republikanischen Politikern. In den vergangenen Wochen haben mehrere Abgeordnete, darunter Senator Rick Scott aus Florida, eine harte Linie gegen Kuba gefordert. Scott erklärte letzte Woche: “Es sollte keinen Cent geben, kein Erdöl. Nichts sollte jemals nach Kuba gelangen.”
Das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, dass Beamte im Weißen Haus tatsächlich aktiv einen Regimewechsel in Kuba anstreben. Ihrer Einschätzung nach steht die Wirtschaft des Landes “kurz vor dem Zusammenbruch” und die Regierung sei “nach dem Verlust eines wichtigen Wohltäters in Maduro noch nie so schwach wie heute”.
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