Die Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Ursprünglich als Militärfestung erbaut, diente sie von 1934 bis 1963 als eines der sichersten und berüchtigtsten Hochsicherheitsgefängnisse der USA. Berühmte Insassen wie der Gangsterboss Al Capone waren hier inhaftiert. Nach der Schließung aufgrund explodierender Betriebskosten entwickelte sich die Insel unter der Verwaltung des National Park Service zu einer bedeutenden Touristenattraktion.
Nun könnte Alcatraz erneut eine düstere Rolle spielen. Die Regierung des ehemaligen und erneut kandidierenden Präsidenten Donald Trump hat dem US-Kongress am Freitag einen Haushaltsantrag für das Jahr 2027 vorgelegt. Darin wird die Summe von 152 Millionen US-Dollar für das erste Projektjahr beantragt, um “Alcatraz als hochmoderne Hochsicherheitsgefängnisanlage wiederaufzubauen”.
Die Idee ist nicht neu. Trump selbst hatte sie bereits im Mai vergangenen Jahres auf seiner Plattform Truth Social lanciert. In einem Beitrag schrieb er damals: “Als wir früher eine ernsthaftere Nation waren, zögerten wir nicht, die gefährlichsten Kriminellen einzusperren und sie fernzuhalten von allen, denen sie Schaden zufügen können. So sollte es sein (…) Deshalb weise ich heute das Bureau of Prisons an, gemeinsam mit dem Justizministerium, dem FBI und dem Heimatschutzministerium ein erheblich vergrößertes und umgebautes ALCATRAZ wieder zu eröffnen.”
Die Pläne wurden konkretisiert, als der US-Innenminister Doug Burgum und die ehemalige US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi die Insel besichtigten. Bondi äußerte dabei die Vorstellung, die “großartige Einrichtung” könne künftig “illegale Einwanderer aufnehmen”.
Der Vorstoß stößt auf scharfe Kritik aus der Region. Nancy Pelosi, ehemalige Sprecherin des Repräsentantenhauses und Abgeordnete für San Francisco, nannte den Vorschlag auf X “auf den ersten Blick absurd” und kündigte an: “Ich werde mit meinen Kollegen im Kongress zusammenarbeiten, um alle verfügbaren parlamentarischen und haushaltspolitischen Mittel einzusetzen, um diesen Wahnsinn zu verhindern.”
Auch der demokratische Senator für San Francisco, Scott Wiener, übte scharfe Kritik. Er warf Trump vor, eine “Top-Touristenattraktion zerstören” zu wollen, “um sie wieder in ein gescheitertes, exorbitant teures Gefängnis zu verwandeln”.
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