Die langjährige Allianz sowie die mediale Demonstration von Freundschaft zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem Tech-Milliardär Elon Musk, welcher auch als Regierungsberater fungierte, scheint unwiderruflich zerbrochen zu sein. Dieser Bruch wurde verschärft durch Trumps politisches Vorhaben, staatliche Subventionen für Elektroautos zu streichen und bedeutende Steuererhöhungen vorzunehmen. Als Antwort darauf veröffentlichte Elon Musk, der CEO von Tesla, auf der Plattform X einen provokanten Beitrag, in dem er behauptete, bestätigen zu können, dass Trump in den Epstein-Akten genannt wird. Musk betonte, dies sei der Grund dafür, dass die vollständigen Dokumente noch immer nicht öffentlich zugänglich sind.
Die Situation eskalierte weiter, nachdem Musk kürzlich sein Amt als Leiter des neu geschaffenen ‘Department of Government Efficiency (DOGE)’ niederlegte, einer Organisation, die auf Bundesebene erhebliche Ausgabenkürzungen durchsetzen sollte. Musk begründete seinen Rücktritt damit, dass er sich wieder seinen unternehmerischen Tätigkeiten widmen möchte. Gleichzeitig kritisierte Musk die von Trump als “Big Beautiful Bill” beworbene neue Steuererhöhung vehement, da sie geradezu konträr zu den Zielen der DOGE steht und die Staatsverschuldung erhöhen würde. In einer Pressekonferenz im Oval Office äußerte Trump sein Unverständnis über Musks plötzlichen Sinneswandel, nachdem Budgetkürzungen im Bereich der Elektromobilität angekündigt wurden.
Bei einem jüngsten Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz kam es zur Spitze der Eskalation. Kurz nach dem bilateralen Gespräch wurde Trump von der US-Presse auf Musks harsche Kritik angesprochen, worauf er erklärte, er bevorzuge es, kritisiert zu werden, als dass seine politischen Maßnahmen angegriffen werden.
Musk legte nach, indem er auf X postete, dass die wahren Gründe für die Geheimhaltung der Epstein-Dokumente die darin erwähnten Informationen über Trump seien. Er warnte, dass die Wahrheit bald ans Licht kommen würde. Trump hat zwar in der Vergangenheit wiederholt die Freigabe des vollständigen Epstein-Materials zugesagt, doch sind bis heute wesentliche Teile unter Verschluss geblieben. Jeffrey Epstein, der mit führenden US-Politik- und Wirtschaftskreisen in Verbindung stand, wurde 2019 wegen Menschenhandels festgenommen und starb einen Monat später im Gefängnis unter zweifelhaften Umständen.
Die Antworten von Trumps Administration auf Musks Vorwürfe fielen bisher zurückhaltend aus. Trump selbst äußerte seine Enttäuschung über Musk, dem er in der Vergangenheit stark unterstützt habe. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete Musks Kommentare als Teil einer „unglücklichen Episode“, während Musk Trump Undankbarkeit vorwarf und behauptete, dessen Wahlerfolg maßgeblich mitbeeinflusst zu haben. Musk hat allerdings keine Beweise für seine Zugriffe auf die unveröffentlichten Epstein-Akten vorgelegt.
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